Pomini Tenova, ein auf Walzenschleifmaschinen spezialisierter Maschinenbauer innerhalb der Tenova-Gruppe, und Siemens haben ihre bestehende Technologiepartnerschaft ausgebaut. Ziel der Kooperation ist die gemeinsame Weiterentwicklung von Walzenschleifmaschinen, die in der Stahl- und Aluminiumproduktion für die Aufbereitung von Arbeitswalzen eingesetzt werden. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Siemens vom 19. Juni 2026 hervor.
Walzenschleifmaschinen zählen zu den präzisionsintensivsten Werkzeugmaschinen in metallverarbeitenden Betrieben. Die Güte der Walzenoberfläche beeinflusst direkt die Produktqualität im Walzprozess – etwa bei der Herstellung von Flachstahl, Blechen oder Aluminiumbändern. Entsprechend hohe Anforderungen bestehen an Steuerung, Regelung und Antriebstechnik dieser Maschinen.
Die Partnerschaft zwischen Pomini Tenova und Siemens zielt darauf ab, die Steuerungs- und Antriebsarchitektur der Walzenschleifmaschinen auf Basis von Siemens-Technologie weiterzuentwickeln. Typischerweise kommen in diesem Segment Lösungen aus dem Sinumerik-Portfolio für die CNC-Steuerung sowie Sinamics-Antriebssysteme zum Einsatz – Plattformen, die eine enge Integration von Bewegungsregelung, Prozessdaten und digitalen Diensten ermöglichen.
Ein zentrales Element moderner Walzenschleifkonzepte ist die zunehmende Digitalisierung des Schleifprozesses. Durch die Anbindung an digitale Zwillinge, Condition-Monitoring-Funktionen und durchgängige Datenkommunikation über industrielle Netzwerkstandards lassen sich Schleifzyklen optimieren, Standzeiten der Werkzeuge verlängern und Maschinenverfügbarkeit erhöhen. Die Integration von IIoT-Schnittstellen in die Steuerungsplattform ist dabei ein zunehmend gefordertes Merkmal seitens der Anlagenbetreiber.
Für Automatisierungsverantwortliche in der Stahl- und Walzwerkindustrie ist diese Partnerschaft relevant, weil sie auf eine langfristige Standardisierung der Steuerungsarchitektur in einem spezialisierten Maschinensegment hindeutet. Eine enge Verzahnung zwischen Maschinenbauer und Automatisierungslieferant ermöglicht tiefere Systemintegration, als es mit generischen Steuerungslösungen möglich wäre – insbesondere bei sicherheitskritischen Achsbewegungen und hochpräzisen Schleifzyklen.
Die Kooperation reiht sich in einen breiteren Trend ein: Spezialmaschinenbauer in der Schwerindustrie setzen verstärkt auf strategische Partnerschaften mit Automatisierungsanbietern, um Entwicklungszyklen zu verkürzen und gleichzeitig Zugang zu aktuellen Software- und Konnektivitätsplattformen zu erhalten. Pomini Tenova positioniert sich damit als technologisch aktueller Anbieter in einem Markt, der unter hohem Effizienz- und Qualitätsdruck steht.





