Andreas Iseli, Leiter Geschäftsstelle Lyssach, Beckhoff Schweiz
1. Kriterien für die Wahl der Steuerungstechnik 2. Datenvergleich macht Unregelmäßigkeiten sichtbar 3. Predictive Maintenance und Vernetzung 4. Twincat 3 erleichtert Programmierung 5. Offenheit erleichtert Busanbindung 6. Support bei Vortests und mit Workshops
Motorspindeln, wie sie die Fischer AG in Herzogenbuchsee herstellt, müssen besonders hohen Qualitätsanforderungen genügen. Folgerichtig durchläuft jede einzelne Spindel ein ausgefeiltes Prüfprogramm, bevor sie ausgeliefert wird. Um die Prüfkapazität sowie die Menge und Qualität der Prüfdaten zu erhöhen, wurde ein neuer Prüfstand mit PC-basierter Steuerungstechnik der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG aus Verl entwickelt.
Fischer geht damit einen essentiellen Schritt auf dem Weg hin zur Digitalisierung, denn ein wichtiger Grund für die Entwicklung des neuen Prüfstands war die Qualität der Daten. Es sollen künftig nicht nur mehr, sondern vor allem auch zuverlässigere Prüfdaten erhoben werden. Ein entscheidendes Plus ist zudem, dass der mögliche Durchsatz nahezu verdoppelt werden konnte, obwohl „wir zur Qualitätsprüfung eine 100-Prozent-End-of-Line-Prüfung durchführen“, betont Stefan Schneider, Leiter Technik bei Fischer. „Jede Spindel, die wir herstellen, durchläuft einen mehrstündigen Prüfzyklus.“
Kriterien für die Wahl der Steuerungstechnik
„Im Projekt ‚Neue Spindelprüfung‘ haben wir uns entschieden, die schnelle Regelungstechnik und die komplette Steuerungsintelligenz mit Komponenten von Beckhoff aufzubauen“, erläutert Adrian Flükiger, Leiter Prüfstandbau bei Fischer. Geschwindigkeit und Performance seien ein wichtiges Kriterium für diese Entscheidung gewesen, ebenso wie die Offenheit des PC-basierten Ansatzes, den Beckhoff bei seiner Steuerungstechnik verfolgt. Der neue Prüfstand verfügt über zwei redundante Gruppen mit je sechs unabhängigen Prüfplätzen. Beide Gruppen sind mit einem Schaltschrank-Industrie-PC C6250 ausgerüstet. Jeder Prüfplatz verfügt zur Anlagenbedienung zudem über einen Schaltschrank-IPC C6920 und ein mit CP-Link 4 angebundenes, tragarmmontiertes Multitouch-Control-Panel CP3919. Der Aufbau mit redundanten Prüfplatzgruppen wurde gewählt, um eine möglichst hohe Ausfallsicherheit der Anlage sicherzustellen.
Datenvergleich macht Unregelmäßigkeiten sichtbar
Die gewünschten Prüfparameter sind in einer Datenbank hinterlegt. Ist eine Spindel im Prüfstand eingebaut, wird der passende Parametersatz per Barcodescan geladen. Anschließend durchläuft die Spindel die darin festgelegten Zyklen, bestehend aus Einlauf-, Produktions- und Abnahmezyklus. 257 Sensoren pro Prüfplatz liefern hochaufgelöste Daten, die exportiert, verdichtet und analysiert werden. Diese stehen dann weltweit in einer Datenbank zur Verfügung. „Mit dem neuen Prüfstand und der damit erreichten hohen Qualität der Daten ist es nun möglich, die Ergebnisse von gleichen Spindeltypen übereinanderzulegen und auf diese Weise Unregelmäßigkeiten besser zu detektieren“, so Adrian Flükiger weiter. „Das erhöht die Qualität und verringert den Rücklauf von fehlerhaften Spindeln, da diese gar nicht erst ausgeliefert werden.“





