Nicole Marofsky und Volker Zipprich-Rasch, Marketing Communication im Vision Competence Center von Baumer
1. Offenes System mit standardisierten Anschlüssen 2. Temperatur im Griff 3. Das Prüfobjekt
Die SchoPlast Plastic GmbH ist ein Produzent von überwiegend duroplastischen Kunststoffteilen für Elektroinstallationen mit Sitz in Bischofswerda. Für die Qualitätskontrolle von Zentralplatten für Steckdosen hat das Sondermaschinenbauunternehmen Aumo GmbH eine Prüfanlage bestehend aus vier Messboxen mit insgesamt zehn Kameras der CX-Serie von Baumer sowie diversen Flächen- und Ringlichtquellen als Auf- oder Durchlicht konzipiert. Damit die Zentralplatten, die jeder als Teil von Steckdosen kennt, in den Messboxen geprüft werden können, werden in der Anlage je Takt zwei Platten aus einem Behälter gefördert und nebeneinander auf ein komplexes Transportsystem gelegt. Diese durchlaufen dann mehrere Stationen. Außer zwei taktilen Messungen zur Bestimmung der Materialstärke sowie des sogenannten Topfmaßes, erfolgen alle weiteren Prüfungen bildbasiert. Um alle Seiten kontrollieren zu können, werden die Zentralplatten in der Anlage, die seit April 2018 bei SchoPlast läuft, zwischen den Boxen automatisch verschoben und gewendet. Am Ende des Prüfprozesses werden sie sortiert nach Gutteilen beziehungsweise Fehlerart ausgegeben.
Offenes System mit standardisierten Anschlüssen
Warum kommen in der Anlage zehn Kameras von Baumer zum Einsatz? Einerseits weil das Vision Competence Center von Baumer nur 25 Fahrminuten vom Unternehmenssitz von Aumo entfernt liegt. Zudem nutzt Baumer für den Bau von Fertigungs- und Prüfplätzen Profilsysteme und Komponenten von Aumo – man kannte und vertraute sich also. „Andererseits haben wir bewusst nach einem offenen System gesucht, das standardisierte Anschlüsse für Objektive und Datenleitung besitzt und Graubilder ausgibt. Andere Hersteller bieten nur Komplettsysteme an, aber das war uns zu unflexibel“, sagt Ben Rösler, Projekt- und Vertriebsleiter beim Anlagenbauer Aumo und obendrein Sohn von René Rösler, der die Firma 1990 in der heutigen Form begründete und seitdem leitet.
Eingesetzt wird nun das USB-3.0-Modell VCXU-53M mit Anschlussmöglichkeit für ein 35 mm-Objektiv sowie einer Blendenöffnung von 1,4. Die Kameras haben einen ON-Semiconductor-Python-5,3-Megapixel-Global-Shutter-Sensor und liefern mit bis zu 73 Bildern pro Sekunde eine gute Bildqualität. In der Anlage bei SchoPlast nehmen sie alle 3,67 s ein Bild mit einer Belichtungszeit zwischen 0,125 und 0,5 ms auf und liefern ihre Daten an zwei Industrie-PC, die auch die Beleuchtung steuern. Auf den Rechnern läuft eine von Aumo entwickelte Software zur Auswertung. Die Ergebnisse fließen direkt in das Qualitätsmanagementsystem bei SchoPlast ein. Auch nach Jahren lassen sich so die Messergebnisse noch abrufen, falls es später beispielsweise einmal zu einer Häufung von Defekten kommen sollte.





