Stefan Sebastian, Produkt & Strategie, Rhebo GmbH
Mit der zunehmenden Vernetzung industrieller Steuernetze geraten Fertigungsumgebungen nicht nur in den Fokus von Cyberkriminellen. Die Fertigungszellen und damit deren Steuernetze werden auch komplexer und störungsanfälliger. Die gängigen Lösungsansätze, die aus der Unternehmens-IT bekannt sind, adressieren diese Herausforderungen jedoch nur unzureichend. Zum einen konzentrieren sie sich auf die Absicherung gegen bekannte externe Angriffe. Gegenüber Advanced Persistent Threats wie WannaCry, Industroyer und NotPetya sind sie machtlos. Zum zweiten sind die gängigen Lösungen noch immer mehrheitlich inkompatibel mit der Fertigungs-IT (im Englischen hat sich für diese der Begriff der Operational Technology oder OT eingebürgert).
Schlussendlich kommt hinzu, dass eine mindestens ebenso relevante Quelle für Störungen in den Fertigungszellen selbst liegt. Selbst in kleinen Zellen finden sich heute häufig über 50 Komponenten und Endgeräte verschiedener Hersteller, die eine Vielzahl Funktionalitäten und Konfigurationen aufweisen. Diese Komplexität fördert Netzwerkprobleme und Störungen durch Kommunikationsfehler, Kapazitätsengpässe und Netzwerkdegradation. Die Fertigungsumgebungen hängen jedoch von einer funktionierenden Echtzeitkommunikation ab. Bereits kleine Aussetzer können zu Produktionsstörungen führen. In Audits zeigt sich dabei wiederholt, dass Steuernetzbetreiber weder eine Übersicht ihrer eingebundenen Komponenten besitzen, noch die Kommunikationsstruktur und -muster kennen. Eine industrielle Anomalieerkennung hat diese Herausforderungen aber im Blick: Sie schafft eine vollständige Transparenz im Steuernetz. Sie meldet jegliche verdächtigen Vorfälle inklusive Netzwerkproblemen, Änderungen im Kommunikationsverhalten aufgrund von Manipulation, Netzwerk- oder Anlagenverschleiß. Um ein effektives Reagieren auf Anomalien zu erleichtern, weist sie gemeldeten Anomalien eine Risikobewertung zu und priorisiert sie entsprechend.
Das fehlende Wissen entsteht durch die gängigen Blackboxtechnologien Firewall & Co., die über Updates und Feature-Listen Sicherheit und Verfügbarkeit versprechen, aber Transparenz verhindern. Unternehmen benötigen für ein effektives Netzwerkmanagement jedoch Souveränität über ihre Netzwerke. Und diese startet bei einem sauberen Network Mapping. Es entspricht einer permanenten Steuernetzinventur und beantwortet die entscheidenden Fragen für Administratoren: Wer ist im Steuernetz aktiv? Wer kommuniziert mit wem in welcher Hierarchie und wie oft? Wie hoch ist die Netzwerkbelastung über die Zeit? Was wird konkret im Steuernetz kommuniziert (Abfragen und Befehle)? Gibt es Verschiebungen in der Funktion? Zu den Antworten aus dem Network Mapping gehören dabei:





