Andreas Degwerth, Entwicklungsleiter Schütze bei der Schaltbau GmbH in München
Zur Erzeugung elektrischer Energie werden einzelne Solarzellen in einem Modul zusammengeschaltet, um so verwertbare Spannungen und Ströme zu erhalten. Je nach Größe der Anlage werden die Module zu Strings zusammengefasst, deren Gleichspannung über einen Wechselrichter ins Netz eingespeist wird. Bei der Planung solcher Anlagen und der Auswahl elektrischer Schutzeinrichtungen müssen alle möglichen Fehlerfälle berücksichtigt werden. Die Auswahl der elektrischen Betriebsmittel erfolgt nach Beurteilung aller elektrischen Betriebszustände der Anlage. Dadurch sollen Gefährdungen von Personen und die Schädigung der Anlage sicher vermieden werden.
Photovoltaikanlagen und Energiespeicher
Ein häufig diskutierter Betriebszustand bei Photovoltaikanlagen ist die teilweise Verschattung. Bei einer Reihenschaltung von Photovoltaikmodulen wirkt eine verschattet Solarzelle als Diode in Sperrrichtung, an der eine entsprechend hohe Spannung anliegt. Parallel zur Zelle geschaltete Bypassdioden bzw. die Wahl einer anderen Verschaltung wirken dem Effekt entgegen. Sollte Verschattung in einem parallel geschalteten String auftreten, kann ein Teilstrom in die entgegengesetzte Richtung erzeugt werden.
Eine weitere Fehlerquelle in Photovoltaikanlagen sind Isolationsfehler in einzelnen Modulen oder in deren Verschaltung; im Extremfall fließt die Summe der Kurzschlussströme aller nicht betroffenen Strings als Rückstrom im fehlerhaften Zweig. Durch Einsatz von sogenannten Blockdioden in Reihe von Modulen eines Strings kann ein solcher Fehler vermieden werden. Strangsicherungen können außerdem den Rückstrom mehr oder weniger rasch abschalten. Abhängig von der Größe bzw. Komplexität einer Photovoltaikanlage werden an verschiedenen Punkten elektrische Schaltgeräte zur allpoligen Trennung jedes einzelnen Strings eingesetzt. Bei Isolationsfehlern kann die Auslösung von Strangsicherungen einige Minuten dauern. Werden während der Zeit Schalthandlungen durchgeführt, sind Ströme in mehrfacher Nennstromstärke des Strings und in umgekehrter Stromrichtung abzuschalten. Gepolte Schaltgeräte mit Permanentmagneten für die Lichtbogenlöschung fallen hier aus. Daher sind für die Anwendung nur polaritätsunabhängige Betriebsmittel zulässig.
Um Erzeugung und Verbrauch zeitlich anzupassen, sind Energiespeicher notwendig. Diese nehmen überschüssige Energie auf und geben sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab. Kondensatoren und Batterien werden beispielsweise in der Nähe von Photovoltaikanlagen installiert. Auch hier müssen entsprechende Absicherungen vorhanden sein und Betriebsmittel zum Schalten von Gleichspannungen vorgesehen werden.





