Michael Gieselmann, Senior Produktmanager IEC 61499, Automation in der Region DACH bei Schneider Electric in Ratingen
Inhaltsverzeichnis 1. IEC 61499 – Standard für Innovation 2. EcoStruxure Automation Expert: Softwaretool ermöglicht Paradigmenwechsel 3. Plug & Play für die Automatisierung 4. Hardwareunabhängig Automatisieren, Potenziale freisetzen 5. Die digitale Transformation fördern
Innovation bedeutet Neuerung, bedeutet, ausgetretene Pfade zu verlassen. Oft geht es darum, über das Gewohnte, Gegebene und Bekannte hinauszudenken, auf gesellschaftlichem oder technologischem Gebiet Neues zu schaffen und zu ermöglichen. Gerade die Klimakrise stellt uns hier vor große Herausforderungen. Um Klimaschutzziele wirtschafts- und industrieverträglich zu erreichen, braucht es heute zum Beispiel innovative und produktive Lösungsansätze, mit denen es möglich ist, Ressourcen effizienter und schonender zu verbrauchen. Gleichzeitig müssen Anlagen ausfallsicherer und flexibler werden – das auch angesichts von Lieferkettenengpässen, Fachkräftemangel oder schwankender Energieversorgung.
Vor diesem Hintergrund setzt der Technologie-Konzern Schneider Electric auf hardwareunabhängige, softwarezentrierte Automatisierung. Auch wenn sich bisherige Standards und Automatisierungslogiken über viele Jahre als gewinnbringend erwiesen haben, stehen insbesondere geschlossene, proprietäre Automatisierungssysteme sowohl einer innovativeren Maschinenentwicklung als auch einer engeren Verzahnung von OT und IT im Weg. Viele Vorteile, die sich bereits heute in Sachen Energieeffizienz, Engineering, Nachrüstung, Flexibilität und Service für die Automatisierung bieten würden, lassen sich so schlichtweg nicht nutzen.
IEC 61499 – Standard für Innovation
Innovativ und zeitgemäß Automatisieren – bei Schneider Electric ist man sich sicher, dass das ohne eine Erneuerung geltender Standards nicht geht. Mit Norm IEC 61499 setzt das Unternehmen deshalb auf einen offenen und hardwareunabhängigen Standard. Mitte der 2000er Jahre entworfen, definiert dieser ein generisches Modell für verteilte Steuerungssysteme, das die bisher übliche Norm IEC 61131 wesentlich erweitert. Grundgedanke dabei ist ein rein softwarebasiertes Modellieren von automatisierten Anwendungen mithilfe vorgefertigter Funktionsbausteine. Dazu sieht IEC 61499 vor, dass die Funktionsbibliotheken von Programmierumgebungen grundsätzlich offen und ohne Herstellerbindung vorliegen müssen. Auf diese Weise spielt es für die Modellierung fortan keine Rolle mehr, welche CPU-Ressourcen als Basis zur Verfügung stehen. Anwender sind nicht mehr an die Wahl eines bestimmten Anbieters gebunden und Änderungen des Setups lassen sich per Plug & Play realisieren. Zudem verfügen die von IEC 61499 definierten Funktionsblöcke über Ein- und Ausgänge für Events. Damit ermöglichen sie – im Unterschied zu einer zyklischen Programmbearbeitung – die aus der IT-Welt längst bekannte, ereignisgesteuerte Automatisierung.





