Auf der LogiMAT 2026 (24.–26. März, Stuttgart) präsentierte SICK in Halle 1, Stand F51 den Coriva Hub – eine Plattform, die Engineering, Integration und datenbasierte Prozessoptimierung für die Intralogistik unter einem Dach zusammenführt. Kern des Systems ist das Coriva RTLS (Real-Time Locating System), das auf Ultra-Wideband (UWB)-Funktechnologie basiert und Positionsdaten von Assets in Echtzeit erfasst.
UWB gilt in der industriellen Lokalisierung als besonders präzise Technologie: Typische Genauigkeiten liegen im Bereich von 10 bis 30 Zentimetern, was für die Nachverfolgung von Fahrzeugen, Werkstücken oder Ladungsträgern in Produktions- und Lagerhallen ausreicht. Gegenüber älteren Verfahren wie WLAN- oder Bluetooth-basierter Positionsbestimmung bietet UWB eine deutlich höhere Ortsauflösung bei gleichzeitig robuster Funktion in metallreichen Industrieumgebungen.
Ein zentrales Merkmal des Coriva Hub ist die Zertifizierung nach dem offenen Ortungsstandard omlox. Dieser vom VDMA koordinierte Standard definiert eine einheitliche Schnittstelle für RTLS-Systeme und ermöglicht die Integration unterschiedlicher Lokalisierungstechnologien und Softwareplattformen über eine gemeinsame API. Für Anwender bedeutet das konkret: Positionsdaten aus dem Coriva-System lassen sich ohne herstellerspezifische Sonderentwicklungen in übergeordnete Systeme wie Warehouse-Management-Systeme (WMS), Manufacturing Execution Systems (MES) oder IIoT-Plattformen einbinden.
Die erfassten Positionsdaten bilden die Grundlage für eine kontinuierliche Überwachung von Warenbewegungen und Materialflüssen. Lückenlose Nach- und Rückverfolgung – also die vollständige Dokumentation, welches Asset sich wann an welchem Ort befunden hat – ist eine Kernanforderung sowohl in der produzierenden Industrie als auch in der Distribution. Engpässe im Materialfluss, ungeplante Stillstandszeiten durch fehlende Betriebsmittel oder Suchzeiten für Werkstücke und Transportmittel lassen sich auf Basis dieser Datenbasis identifizieren und gezielt adressieren.
Die Plattformarchitektur des Coriva Hub zielt auf flexible Skalierbarkeit: Installationen sollen sowohl für kleinere Hallenbereiche als auch für großflächige Intralogistikanlagen auslegbar sein. Der modulare Aufbau erlaubt eine schrittweise Einführung, was für Betreiber bestehender Anlagen relevant ist, die eine digitale Nachrüstung ohne vollständige Infrastrukturumbauten anstreben.
Für Automatisierungsingenieure in der Produktionsplanung und Intralogistik ist der Coriva Hub als ergänzende Sensorik- und Datenschicht zu verstehen, die bestehende Steuerungs- und Leitsysteme mit standortgenauen Echtzeit-Informationen versorgt. Die Kombination aus UWB-Präzision, omlox-Interoperabilität und einer auf Prozessoptimierung ausgelegten Softwareumgebung positioniert das System als Baustein für Industrie-4.0-konforme Intralogistiklösungen.
Quelle: SICK AG – https://www.sick.com/de/de/press/coriva-hub-von-sick-fuer-die-digitalisierung-in-der-intralogistik/w/press-2026-logimat-coriva-hub





