In der industriellen Baugruppenentwicklung werden Gleitlager oft als letzte Komponente dimensioniert: Innendurchmesser und Außendurchmesser sind durch vorgelagerte Konstruktionsentscheidungen – Wellendurchmesser, Aufnahmebohrung, Gleichteilekonzept – bereits faktisch vorgegeben. Genau hier setzt der dritte Teil der igus-Blogserie 'Kosten sparen mit Gleitlagern' an und fragt, ob Standardbauteile von der Stange eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zur Sonderfertigung darstellen.
Der Ansatz ist aus branchenökonomischer Sicht nachvollziehbar: Sonderanfertigungen von Gleitlagern verursachen Werkzeugkosten, längere Lieferzeiten und höhere Stückkosten bei kleinen Losgrößen. Normmaße hingegen ermöglichen die Nutzung vorhandener Spritzguss- oder Sinterformen, was bei Polymergleitlagern wie den iglidur-Werkstoffen von igus zu deutlich niedrigeren Beschaffungspreisen führt. Gleichteilestrategien, wie sie in der Serienproduktion des Maschinenbaus und der Automatisierungstechnik seit Jahrzehnten etabliert sind, lassen sich so auf die Lagerungstechnik übertragen.
Für Konstrukteure in der Automatisierungstechnik ist dieser Aspekt besonders relevant: In Handlingachsen, Linearführungen, Greifersystemen oder Förderanlagen werden Gleitlager häufig in großen Stückzahlen verbaut. Schon geringe Kostendifferenzen pro Einheit multiplizieren sich über die Maschinenlaufzeit und Seriengröße erheblich. Wer die Aufnahmebohrung frühzeitig auf ein genormtes Außenmaß auslegt, kann spätere Sonderfertigungskosten vermeiden, ohne Funktion oder Lebensdauer zu kompromittieren.
igus positioniert sich mit seiner iglidur-Produktfamilie explizit im Segment der wartungsfreien, schmierfreien Polymer-Gleitlager und hält ein breites Spektrum an Normabmessungen nach ISO- und DIN-Standards vor. Das Unternehmen richtet sich damit an OEM-Konstrukteure, die bei wiederkehrenden Baugruppen auf standardisierte Beschaffungsprozesse setzen wollen. Der Online-Konfigurator und das breite Lagerprogramm zielen darauf ab, die Hürde zwischen Sonderwunsch und Serienteil so gering wie möglich zu halten.
Aus Marktperspektive spiegelt die Blogserie einen breiteren Trend wider: Die steigende Kostendrucksensibilität im Maschinenbau – verstärkt durch Materialpreisinflation und gestiegene Energiekosten der vergangenen Jahre – lässt Konstrukteure die Wertschöpfungskette feingranularer analysieren. Kleinbauteile wie Gleitlager, lange als 'C-Teile' mit geringem Optimierungspotenzial eingestuft, rücken dabei stärker in den Fokus. Die Botschaft von igus ist klar: Standardisierung beginnt nicht erst beim Kauf, sondern bereits in der Konstruktionsphase.
Quelle: igus Blog – https://blog.igus.de/kosten-sparen-mit-gleitlagern-teil-3-darf-es-auch-etwas-von-der-stange-sein/





