Ulla Göransson, Marketing, Stöber Antriebstechnik in Pforzheim
1. Bremsenzustand sicher überwachen 2. Geeignete Encoder passen nicht auf alle Motortypen 3. Ein Paket Sicherheit 4. Haltemoment der Bremse nicht mehr gegeben 5. Sicheres Bremsenmanagement 6. Technische und wirtschaftliche Vorteile
Stöber Antriebstechnik bietet mit dem Antriebsregler SD6 einen Einzelachsregler mit einem Ausgangsnennstrom bis 85 Ampere, der vorwiegend in antriebsbasierenden Anwendungen zum Einsatz kommt. Dazu gehört zum Beispiel der Synchronbetrieb von bis zu 32 Achsen in elektronischen Getrieben oder fliegenden Sägen ohne überlagerten Motion-Controller. Er regelt lineare und rotative Synchron-Servo- als auch Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept lässt er sich passgenau konfigurieren. „Wir wollen mit unserem SD6 einen Schritt weitergehen und Konstrukteure und Maschinenplaner bei der Sicherheitstechnik noch umfassender unterstützen“, sagt Markus Frei, Product Manager Drive Controller Accessoires bei Stöber. „Sie stehen oft vor der Herausforderung, hochautomatisierte und flexible Fertigungsabläufe umzusetzen, bei denen gleichzeitig Menschen, Maschinen und Anlagen geschützt sein müssen.“ Der Antriebsregler erfüllt diese Anforderungen auch in sicherheitsrelevanten Anwendungen bis SIL 3 nach DIN EN 61800-5-2 oder PL e (Kategorie 4) nach DIN EN ISO 13849-1.
Damit der Antriebsregler diese Anforderungen meistern und im Notfall unmittelbar einschreiten kann, hat das Unternehmen gemeinsam mit der Firma Pilz aus dem schwäbischen Ostfildern das Sicherheitsmodul SE6 entwickelt. Damit lässt sich der Antriebsregler optional ausstatten – und bietet dem Anwender im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten sowohl technisch als auch wirtschaftlich Vorteile. Warum Pilz? „Wer würde sich besser als Partner eignen?“, so Frei. „Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern in der sicheren Automation.“
Bremsenzustand sicher überwachen
Müssen Mitarbeiter den Bearbeitungsraum einer Maschine betreten, sind die Antriebsachsen in einen gefahrlosen Zustand zu versetzen. Hängen an den vertikalen Achsen schwere Lasten, können diese aufgrund der Schwerkraft herabfallen und damit das Personal gefährden. Um das zu verhindern, werden die Vertikalachsen in der Regel durch Bremsen gesichert. Verschmutzungen oder mechanischer Verschleiß können deren Wirkung allerdings stark beeinträchtigen. Deshalb gilt es, den Zustand der Bremsen sicher zu überwachen und ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten. Aufgrund nicht vorhandener normativer Anforderungen hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Problematik im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005 Ausgabe 09/2012 erläutert. Dieses beschreibt Empfehlungen, schwerkraftbelastete Vertikalachsen abzusichern. Konstrukteure und Maschinenbauer setzen dafür bislang in der Regel auf Lösungen, die auf einer programmierbaren Sicherheitssteuerung basieren. Diese steuert über Schütze die Bremsen und überwacht während des Bremsentests den Stillstand. Dadurch entstehen spezielle Anforderungen an den Motorencoder und seine Montage. An der Motorwelle angebracht, erfasst er primär deren Lage und schickt die Ist-Werte an den Regler. Die Anbindung an die Sicherheitssteuerung erfolgt in der Regel über analoge 1-Vss-Signale. Nachteil: Sie erfordern spezielle Encoder, besondere Adapter, um die Analogsignale für die Stillstandserkennung herauszuführen, sowie Kabel, die die analogen Signale auch über längere Strecken störungsfrei übertragen können. Dazu kommen Stillstands- und Drehzahlwächter – insgesamt ein kostenintensives Equipment.





