Sandra Becker, Marketing Kommunikationsleiterin EMEA & Indien, Kollmorgen, Ratingen
Eine Maschinenlösung für unterschiedliche Anwendungsgebiete und Branchen: Wie sich dieses Ziel erreichen lässt, zeigen die Abfüll- und Verpackungsanlagen der Swiss Can Machinery AG. Kommen diese beispielsweise für Pharmaprodukte ins Spiel, greifen die Schweizer bei der Aktorik zu Edelstahlmotoren. Sind die Hygieneanforderungen der Lebensmittelindustrie das Maß der Dinge, sind Motoren mit Washdown-Food-Beschichtung im Einsatz – oder auch «ganz normale» Synchronservomotoren in Bereichen mit geringen Ansprüchen an «Food Safety». Der Vorteil dieses Konzeptes: Die komplette Steuerungstechnik samt Motion Control kann erhalten bleiben – was letztlich die Entwicklungszeiten gravierend verkürzt.
„Wir waren bei den Motoren auf der Suche nach einem Hersteller, der uns sowohl günstige Motoren liefert, als auch eine hochhygienische Version. Die einen sind für den Standardmaschinenbau und die anderen für Maschinen, die später bei Pharmaherstellern stehen. So sind wir schließlich zu Kollmorgen gekommen – als wir nach rostfreien Servomotoren suchten“, blickt Marc Grabher, Geschäftsführer Technik bei Swiss Can Machinery auf die Anfänge der Zusammenarbeit zurück. Der Griff in ein umfangreiches Sortiment habe den Vorteil, dass sich Motoren sehr leicht austauschen lassen, ohne im Engineering Zeit zu verlieren. Indem Swiss Can unterschiedliche Synchronservomotoren mit Einkabelanschlusstechnik des Antriebsspezialisten bezieht, kann die Grundprogrammierung einer Anlage erhalten bleiben – unabhängig davon, ob Kaffee oder Milchpulver abgefüllt wird. Ebenfalls unverändert bleiben der Maschinenbau sowie die Installation mit nur einem Kabel zwischen dem AKD-Servoregler im Schaltschrank und dem ausgewählten Motor in der Maschine.
Passgenau skalierte Antriebstechnik
Alternativ dazu könnte Swiss Can Machinery für sämtliche Anwendungsfälle bei der Ausrüstung auch zum größten gemeinsamen Vielfachen greifen. Dieser Weg bedeute aber, in vielen Anwendungen eine Technik zu verwenden, die völlig überzogen – und damit deutlich zu teuer – wäre. „Unterschiedliche Maschinenlinien kommen für uns ebenfalls nicht Frage, weil wir dafür einfach zu klein sind“, stellt Grabher klar. Der Maschinenbauingenieur hat das schnell wachsende Unternehmen 2013 zusammen mit seinem Bruder Michael in Berneck am Bodensee begründet. Angesichts dieser schlanken Ausrichtung, waren die Verpackungsspezialisten bei der Entwicklung von Abfüll-, Transport- und Verpackungsmodulen auf der Suche nach Lieferanten, die ein möglichst breites Einsatzspektrum skaliert abdecken können. „Wenn wir das Ganze aus Sicht der Automatisierung betrachten, dann haben wir es mit Maschinen zu tun, die regelungstechnisch gleich sind und nur bei den Motoren angepasst werden“, fasst Silvester Tribus zusammen. Der CEO der TBM Automation AG aus Widnau hat Swiss Can im Engineering als Channel Partner von Kollmorgen eng begleitet. In der Praxis reduziere sich etwa der Griff zum Edelstahlmotor aus der Baureihe AKMH höchstens darauf, einen Flansch anzupassen. „Wir haben keinen vergleichbaren Hersteller gefunden, der über so ein stimmiges und für uns passendes Sortiment verfügt“, unterstreicht CTO Grabher. Neben des Zeitgewinns bei der Entwicklung, profitieren OEM und Betreiber gleichermaßen davon, dass die Einheitlichkeit im Schaltschrank aufgrund der hohen Standardisierungsgrades auch den Aufwand für die Ersatzteilbevorratung begrenzt. „Wir decken ja mit einem einzigen AKD-Servoregler eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Aufgaben ab“, bringt es Tribus auf den Punkt.





