Der ferngesteuerte Unterwasserroboter KeelCrab des italienischen Unternehmens Aeffe soll Bootsbesitzern die aufwändige Saisonreinigung von Schiffsrümpfen abnehmen. Per Joystick und integrierter Kamera gesteuert, bewegt sich das Gerät über den Unterwasserrumpf und entfernt mit zwei Reinigungsbürsten Algen, Muscheln und Seepocken. Die technische Herausforderung lag dabei nicht in der Reinigungsfunktion selbst, sondern in der dauerhaft zuverlässigen Fortbewegung unter Wasser – auch kopfüber an vertikalen und überhängenden Rumpfflächen.
Für den notwendigen Halt am Untergrund nutzen die Entwickler eine Unterdruckpumpe, die den Roboter am Rumpf festsaugt. Die Fortbewegung übernehmen zwei Raupenketten, deren vier Antriebsrollen im Dauerkontakt mit Salzwasser stehen. Entwicklungsingenieur Mattia Pagani von Aeffe beschreibt das konstruktive Kernproblem: Gesucht war eine ausfallsichere, wartungsarme Lagerung dieser Antriebsrollen, die zudem das Gesamtgewicht des kompakten Roboters nicht signifikant erhöht.
Konventionelle geschmierte Wälzlager schieden wegen der Korrosionsgefahr durch Salzwasser von Beginn an aus. Standardmäßige Abdichtungskonzepte für Wälzlager erhöhen zudem Bauraum, Gewicht und Wartungsaufwand – allesamt kritische Parameter bei einem kompakten Feldroboter. Die Lösung fanden die Aeffe-Ingenieure in Gleitlagern aus dem Hochleistungskunststoff iglidur X von igus. Das Material ist von Haus aus korrosionsfrei, benötigt keine externe Schmierung und nimmt Wasser als natürliches Gleitmittel auf, was den Reibungskoeffizienten im Nassbereich stabilisiert.
iglidur X gehört zur igus-Polymer-Lagerfamilie, die speziell für anspruchsvolle Umgebungsbedingungen wie Schmutz, Staub, Chemikalien und feuchte Medien ausgelegt ist. Die schmierfreie Ausführung eliminiert den Wartungsaufwand für Nachschmierung – ein praktisch relevanter Faktor, da der KeelCrab als Konsumer-nahes B2B-Gerät im Feldeinsatz ohne Servicetechniker auskommen muss. Das geringe spezifische Gewicht der Polymerlager gegenüber metallischen Alternativen kommt der Gewichtsbilanz des Roboters zugute.
Aus Sicht der Antriebs- und Konstruktionstechnik zeigt das Beispiel KeelCrab, wie Materialauswahl bei Lagerstellen systemrelevant wird: Wo konventionelle Lösungen aufgrund von Medienverträglichkeit oder Wartungsanforderungen versagen, ermöglichen tribologisch optimierte Hochleistungskunststoffe kompakte und robuste Antriebskonzepte. Das Prinzip ist auf weitere Unterwasser-, Außen- und Nassprozessanwendungen in der industriellen Automatisierung übertragbar – etwa bei Reinigungsautomaten, maritimen Inspektionssystemen oder Outdoor-Robotik in der Infrastrukturwartung. Igus gibt die Quelle der Fallstudie mit einer Pressemitteilung vom 23. Juli 2026 an.
Quelle: igus Presse – https://presse.igus.de/bootsreinigung-dieser-roboter-trotzt-dem-salzwasser/





