Basis für die Vernetzung sind offene Plattformen, standardisierte Protokolle und IP-basierte Sicherheitsprodukte. Im Bereich Video zeigt sich diese Entwicklung deutlich. ONVIF hat sich hier als der De-facto-Standard etabliert, den mittlerweile die Mehrheit aller wichtigen Anbieter von Videoprodukten unterstützt. Die ONVIF-Schnittstelle stellt eine herstellerneutrale Lösungskompatibilität sicher, die zum Beispiel den Anschluss einer Videokamera an ein Überwachungssystem ermöglicht. Und auch der IP-Siegeszug zeigt sich hier: IP-Kameras dominieren inzwischen den Markt.
Eine ähnliche Entwicklung vollzieht momentan der Bereich Zutrittskontrolle: Stichwort OSDP. In der Vergangenheit dominierten bei Zutrittskontrollsystemen hinsichtlich der Kommunikationsprotokolle proprietäre herstellerabhängige RS-485-, Wiegand- und Clock/Data-Schnittstellen. Sie sind aber von mehreren Einschränkungen gekennzeichnet. So müssen alle Kartenleser entweder über Punkt-zu-Punkt-Verbindungen einzeln angeschlossen werden, die maximale Kabelanschlusslänge liegt bei 150 m oder Unternehmen müssen sich bei der proprietären RS-485-Variante auf einen Hersteller festlegen. Zudem wird nur eine serielle unidirektionale Kommunikation unterstützt. OSDP hingegen basiert auf einer standardisierten RS-485-Schnittstelle und unterstützt auch eine bidirektionale Kommunikation, das heißt, es ist im Unterschied zu unidirektionalen Verbindungen auch eine Überwachung der Lesegeräte oder die Durchführung automatischer Firmware-Updates möglich. Zudem können die Leser in einer Entfernung von bis zu 1.200 m angeschlossen werden und es ist möglich, Reihenschaltungen umzusetzen. Alles spricht deshalb für einen OSDP-Siegeszug, das heißt, RS-485-OSDP wird als herstellerunabhängige Kommunikationsschnittstelle mit einer sicheren AES-128-Verschlüsselung der neue Standard in der Zutrittskontrollindustrie. OSDP ist allerdings ebenfalls nur ein weiterer Entwicklungsschritt. Der OSDP-Endausbau heißt IP. Nicht nur im Video- sondern auch im Zutrittskontrollumfeld geht die Entwicklung momentan also in Richtung Standardisierung – und damit ist auch die elementare Voraussetzung für die Verknüpfung der beiden Bereiche geschaffen.
Vorteile an allen Fronten
Die Vorteile einer Verknüpfung von Zutrittskontroll- und Videoüberwachungssystemen sind vielfältig. Ein zentraler Nutzen ist der deutlich reduzierte Administrationsaufwand sowohl bei der Implementierung als auch bei Konfigurationsänderungen, da beide Lösungen über eine zentrale Oberfläche verwaltet werden können. Die Minimierung des Verwaltungsaufwandes, die Vereinfachung und Harmonisierung der Infrastruktur und die Nutzung integrierter Lösungen sind für ein Unternehmen in letzter Konsequenz immer auch mit einer Kostenreduzierung verbunden. Aber die Vorteile reichen noch weiter – und viel wichtiger – sie betreffen den Bereich Sicherheit.





