Helmut Halmburger, Produktmanager Industrielle Kommunikation, Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG in Geisenheim
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Bei der norwegischen Viking Heat Engines entstand die Idee, das Thema Abwärmeverstromung neu zu beleuchten. Die bisher verwendeten Anlagen arbeiteten vornehmlich auf Turbinen- oder Scrollbasis, was in der Praxis oft wenig praktikabel ist. So ist hier der optimale Arbeitsbereich begrenzt und erlaubt eine zufriedenstellende Effizienz nur unter ganz speziellen Betriebsbedingungen.
Viking Heat Engines entwickelte zusammen mit AVL Schrick die CraftEngine, einen Kolbenexpander, der die Eigenschaften eines Kältemittels nutzt, um über dessen Phasenwechsel bei unterschiedlichem Druck einen Kolben anzutreiben. Gemeinsam brachte man am AVL-Schrick-Standort in Remscheid die CraftEngine zur Marktreife, deren Prototypen derzeit weltweit im Einsatz sind. Eine kompakte 10-kW-Einzylinderversion sorgt dafür, dass Abwärme ab 80 °C aufwärts verstromt werden kann. Die Technik ist flexibel. So kann die Abwärme flüssiger oder auch gasförmiger Medien gleichermaßen genutzt werden. Der Betrieb kann auch in Teillast erfolgen, ohne dass der Wirkungsgrad leidet. Drehzahlen zwischen 500 und 1500 Umdrehungen werden toleriert, wobei ein Umrichtersystem die benötigte Netzfrequenz herstellt.
Obwohl bei den niedrigen Energiepreisen in Deutschland die Amortisationszeiten eher hemmend wirken, ist die Technologie für abgelegene Standorte eine lang ersehnte Lösung. In wenig erschlossenen Regionen gibt es meist kein Stromnetz. Hier nutzt man üblicherweise Dieselgeneratoren, um Energie zu erzeugen. Die CraftEngine ist völlig autark – nutzt beispielsweise die Abwärme eines Verbrennungsprozesses, um Strom zu erzeugen.
Bei der Reisernte in Kolumbien etwa werden die Pflanzenabfälle verbrannt und der Reis mit der so entstehenden Wärme getrocknet. Für die Regelung dieses Prozesses braucht man aber auch elektrische Energie, die man bisher über Dieselgeneratoren erzeugte. Durch den Einsatz der CraftEngines nutzt man nun die Wärme auch zur Stromerzeugung. Ähnlich ist die Situation bei der Reststoffverbrennung von Früchten auf Plantagen in Afrika oder auch bei mobilen Müllverbrennungsanlagen, wie sie beispielsweise nach Naturkatastrophen in Zeltstädten aufgestellt werden. Hier kann der gewonnene Strom gleich für die Trinkwasseraufbereitung verwendet werden.
Partner für Fernwartung
Als Partner für Fernwartung ist Wachendorff Prozesstechnik am Projekt beteiligt. Die Fernwartungslösungen stellen eine ausgehende Verbindung über SSL her, die in allen getesteten Fällen auf Anhieb funktionierte – und das, ohne Änderungen in der IT des Kunden vorzunehmen. Andere Fabrikate nutzen andere Methoden und können mit der Firewall bei der IT des Kunden kollidieren.





