Die meisten Unternehmen sehen das Netzwerk nach wie vor als Kostenfaktor und nicht als Business-Enabler. Dabei ist das Netz längst zum Rückgrat jeder Digitalisierungsstrategie geworden. NTT Ltd, globaler IT-Dienstleister, erklärt, über welche Eigenschaften eine moderne Unternehmens-Infrastruktur verfügen sollte.
Jörg Jakobi, Director Presales GTM Networking, NTT Germany AG & Co. KG, Bad Homburg
Das Netzwerk steht angesichts der Datenexplosion, technologischen Entwicklungen wie dem Internet of Things und Edge Computing sowie der hohen Erwartungen der Nutzer unter Druck. Veraltete, komplexe Strukturen bremsen allerdings die Umsetzung neuer geschäftlicher Anforderungen aus. Es fehlt an Flexibilität, zudem wird eine in die Jahre gekommene, heterogene Netzwerkinfrastruktur den gestiegenen Sicherheits- und Governance-Vorgaben nicht mehr gerecht. Gleichzeitig fordern Mitarbeiter heute dieselbe Performance für Business-Anwendungen ein, unabhängig davon, ob diese im Rechenzentrum, in der Cloud oder dezentral gehostet werden. Ein modernes Netzwerk, das all diesen Ansprüchen gerecht wird, zeichnet sich deshalb durch sechs Eigenschaften aus.
Sicherheit
Das traditionelle Modell aus einer äußeren Firewall und einem weitgehend ungeschützten Netzwerkinneren ist überholt. Anwendungen liegen nicht mehr nur im eigenen Rechenzentrum, sondern verteilen sich über Clouds und Edge-Standorte. Das erhöht zwar die Flexibilität, gleichzeitig aber auch das Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Entsprechend muss die Kommunikation zwischen Endgerät, Data Center und Cloud abgesichert werden.
Genauso wichtig ist eine Authentifizierung bei der Anmeldung. Unternehmen müssen den Überblick darüber haben, welche Benutzer sich im Netzwerk befinden und welche Anwendungen sie gerade verwenden. Um keinen Flaschenhals bei der Datenübertragung zu riskieren, schützen moderne Lösungen nicht wie früher nur den Weg ins Firmennetz, sondern die direkte Verbindung der Apps zwischen Home-Office oder Niederlassung mit der Cloud. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Sicherheitsarchitektur SASE (Secure Access Service Edge) immer mehr an Bedeutung. Sie nutzt Technologien wie Software-definierte Netzwerke (SD-WAN) oder Cloud Access Security Broker (CASB). Mit CASB lässt sich der Datenverkehr und das Einhalten von Sicherheitsrichtlinien zwischen Cloud-Anwendungen und -Nutzern überwachen.
Integrität
Nicht mehr lokale Netzwerke und IT-Infrastrukturen am Standort eines Unternehmens bestimmen das Netzwerkdesign, sondern die an vielen verteilten Standorten tätigen Mitarbeiter sowie Orte, an denen Technologien eines Unternehmens im Einsatz sind – allen voran Edge Devices. Ein modernes Netzwerk integriert alle Bereiche in einem einheitlichen Ansatz. Gleichzeitig spielt der Aspekt Security by Design eine immer größere Rolle. Anstatt wie früher nachträglich die Sicherheit der einzelnen Systeme und Anwendungen zu verbessern, wird die Netzwerkarchitektur gleich zu Beginn auf Anwendungen, Daten und Systeme abgestimmt. Indem Sicherheit buchstäblich in die DNA des Netzwerks eingebaut wird, lassen sich Sicherheits-, Risiko- und Service-Vorgaben viel einfacher einhalten.





