Dr.-Ing. Carlos Paiz Gatica, Produktmanager im Bereich Industrial Analytics bei Weidmüller GTI Software
Dass die Digitalisierung und das Industrial IoT große Chancen für Unternehmen eröffnen, bezweifelt heute niemend mehr. Immer mehr Unternehmen arbeiten an Digitalisierungslösungen und vernetzten Systemen im Zusammenhang mit IoT. Doch welche Anwendungsfälle bieten welchen konkreten Nutzen? Einzeln, auf eine abgeschlossene Applikation betrachtet, können KI-Lösungen sinnvoll sein, beispielsweise wenn nur eine Machine-Learning-Anwendung (ML) zum Einsatz kommt. Wird aber neben einer Analyse auch die Umsetzung verschiedener Automatisierungs- und IoT-Anwendungen sowie eine Visualisierung benötigt, ist eine Kombination verschiedener Software-Tools notwendig. Dabei ist es wichtig, dass die verschiedenen Softwarekomponenten nahtlos, das heißt ohne Schnittstellen-Probleme, miteinander arbeiten. Bestes Beispiel dafür sind die Visualisierungslösung Procon-Web, eine skalierbare Web-HMI-Lösung, und die Industrial AutoML-Software von Weidmüller.
Low-Code-Technologien als Ansatz
Der Weg der Digitalen Transformation und der Einsatz von Industrial Internet of Things stellt Unternehmen vor Herausforderungen, insbesondere auch, weil die Programmierung von industriellen IIoT-Softwarelösungen häufig komplex ist. No-Code- bzw. Low-Code-Technologien sind ein Ansatz, mit dem diese Anforderung gelöst werden kann. Die Software-Lösung Procon-Web und das Industrial AutoML-Tool setzen genau da an und bilden die Bausteine für ein durchgängiges Industrial-IoT-Softwareportfolio, das den Anwender befähigt, IIoT-Software-Innovationen agil und einfach mit dem Low-Code-Prinzip umzusetzen. Mit diesem Ansatz ist er in der Lage, IIoT-Lösungen zu erstellen, ohne selbst Expertise im Bereich Software zu haben. Statt zu programmieren werden die Software-Komponenten einfach kombiniert und konfiguriert. Beispielsweise lässt sich die Procon-Web-Scada mit dem Industrial-AutoML-Tool ohne Schnittstellenprobleme zu einer Ende-zu-Ende-Machine-Learning-Lösung kombinieren.
Schritt für Schritt zur ML-Lösung
Im ersten Schritt gilt es, die vielen Maschinen- oder Anlagen-Informationen sinnvoll zu selektieren, aufzubereiten und zu visualisieren. Hier liegt ein enormes Potenzial, denn die Fertigungsqualität und die Leistungsfähigkeit von Maschinen ist bereits auf einem hohen Niveau. Es lässt sich aber durch Datenverarbeitung noch verbessern. Die einfache, skalierbare und plattformunabhängige HMI-Lösung Procon-Web ist flexibel einsetzbar und macht relevante Maschinendaten nutzerzentriert überall verfügbar. Das Software-Tool ist eine Visualisierungslösung, deren dynamische Benutzeroberflächen individuell parametrier- und konfigurierbar sind, ganz ohne Programmierkenntnisse. Mit der HMI/Procon-Web-Software kann der Anwender plattformunabhängige Benutzeroberflächen erzeugen, die ausschließlich auf HTML5 und JavaScript aufsetzen. So erschließt sich die Unterstützung für Smartphones und Tablets in einem adaptiven Design, und dies individuell für jeden Anwender. Über zahlreiche proprietäre und standardisierte Kommunikationsschnittstellen (z.B. OPC UA) erfolgt nicht nur die Anbindung an beliebige Steuerungssysteme, zu übergeordneten MES- und ERP-Systemen, sondern auch die plattformunabhängige Kommunikation in die Cloud.





