Die International Federation of Robotics (IFR) hat ihren World Robotics 2026 Report veröffentlicht und dokumentiert darin eine bemerkenswerte Wachstumsdynamik: Der weltweite Absatz professioneller Service-Roboter ist im Jahr 2025 um 24 Prozent auf fast 250.000 Einheiten gestiegen. Damit setzt sich ein Trend fort, der die zunehmende Erschließung neuer Einsatzfelder jenseits der klassischen Industrierobotik widerspiegelt.
Professionelle Service-Roboter unterscheiden sich von Industrierobotern primär durch ihren Einsatzkontext: Sie agieren in semi-strukturierten oder dynamischen Umgebungen und übernehmen Aufgaben in Bereichen wie Intralogistik, Inspektion, Landwirtschaft, Medizin oder Reinigung. Für die produzierende Industrie sind insbesondere mobile Roboterplattformen für innerbetriebliche Transportaufgaben sowie Inspektionsroboter für Qualitätssicherung und Anlagenwartung relevant.
Das zweistellige Wachstum von 24 Prozent deutet darauf hin, dass Investitionshemmnisse in vielen Branchen abnehmen. Treiber dürften neben sinkenden Systemkosten vor allem die fortschreitende Integration von KI-basierten Navigations- und Entscheidungsalgorithmen sein, die den Einsatz in weniger standardisierten Produktionsumgebungen erst wirtschaftlich machen. Hinzu kommt der anhaltende Fachkräftemangel, der Automatisierungsinvestitionen in vielen Segmenten beschleunigt.
Für Anwender aus der produzierenden Industrie ist der IFR-Bericht ein wichtiger Referenzpunkt: Wachsende Stückzahlen bedeuten in der Regel reifere Technologieplattformen, breitere Zulieferer-Ökosysteme und perspektivisch günstigere Beschaffungskonditionen. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck auf Unternehmen, die Automatisierungspotenziale im eigenen Betrieb noch nicht ausgeschöpft haben.
Einzuordnen ist das Wachstum im Kontext des Gesamtmarkts: Professionelle Service-Roboter ergänzen das etablierte Segment der Industrieroboter, das traditionell von Gelenkarmrobotern in der Fertigungsautomation dominiert wird. Die IFR führt beide Kategorien in separaten Statistiken, was direkte Vergleiche erschwert, aber auch die Ausdifferenzierung des Marktes verdeutlicht. Die Konvergenz beider Segmente – etwa durch mobile Manipulatoren, die Transport und Handling kombinieren – dürfte künftig auch die Abgrenzung weiter aufweichen.
Der vollständige World Robotics 2026 Report der IFR liefert detaillierte Aufschlüsselungen nach Anwendungssegmenten und Regionen und gilt als Standardreferenz für Marktteilnehmer, Investoren und Technologieanwender in der Automatisierungsbranche.
Quelle: presseportal Themen: Automatisierung – https://www.presseportal.de/pm/115415/6362148





