Sabrina Weiland, Produkt Marketing Managerin, Geschäftsbereich Prozessautomation, Pepperl+Fuchs, Mannheim
Flexible, komplexe, arbeitsteilige und geografisch dezentrale Produktionsprozesse – wie sie im Trend liegen – erfordern eine Vernetzung, die schnell, kostengünstig und zukunftssicher umsetzbar ist. Der Technologie WirelessHART geling es in besonderem Maße, die technischen und wirtschaftlichen Einschränkungen kabelgebundener Installationen zu überwinden – insbesondere bei Messpunkten, die schlecht erreichbar, beweglich und abgelegen sind oder die sich in besonderen Umgebungen, z. B. korrosions- oder explosionsgefährdeten Bereichen befinden.
Das Einsatzpotenzial von WirelessHART ist enorm: Die erste Einsatzkategorie – genutzt bei vorhandenen Installationen – nutzt dafür WirelessHART-Adapter, angeschlossen an die an die installierte 4…20-mA-Schleife. Ohne sonstige Eingriffe in das vorhandene Leitsystem und zusätzlichen Verkabelungsaufwand ist der zentrale Zugriff auf alle HART-Daten der Sensoren drahtlos sichergestellt. Auch eine direkte Anbindung via batteriebetriebener und damit autonomer Messstellen an das Leitsystem ist es möglich, die 4…20-mA-Leitung zum Leitsystem entfällt. Diese Option wird meist bei Umbaumaßnahmen, Erweiterungen und vor allem Neuanlagen eingesetzt.
Die Möglichkeit, direkt auf Gerätestatusinformationen aus der Feldebene zuzugreifen, erlaubt nicht nur einen detaillierten Einblick in den Prozess selbst: Diese Informationen lassen sich auch verwenden, um wichtige Prozessdaten für die vollständige Rückverfolgbarkeit der Produkte und eine umfassende Qualitätsdokumentation zu generieren. Dieses Potential ist ein entscheidender Aspekt für Branchen, die engen gesetzlichen Vorgaben unterworfen sind und zum Beispiel mit Gefahr-Stoffen umgehen.
„Proaktive Wartung ist eine Schlüsselstrategie, um eine höhere Anlagenverfügbarkeit zu erreichen“. erklärt Gerrit Lohmann, Leiter der Produktgruppe Remote Systems. Einige der Gerätedaten, die von modernen Feldinstrumenten zur Verfügung gestellt werden, lassen sich auch für eine periodische Überprüfung des Gerätezustands einsetzen, um eventuell bevorstehende Ausfälle bereits in einem frühen Stadium erkennen zu können und unerwartet Geräteausfälle zu vermeiden. „Damit ist der Einblick in den Zustand von Geräten der Schlüssel für eine vorausschauende, proaktive Wartungsstrategie“, so Lohmann weiter. Typischerweise wird ein Device Typ Manager (DTM) oder eine Device Description (DD) eingesetzt, um Informationen zum Gerätezustand abzurufen. Dabei löst die Software einen Alarm aus, sobald ein Gerät unter einen vordefinierten Leistungswert fällt oder nachlassende Leistungswerte erkennen lässt. Darüber hinaus kann die gesamte Gerätekonfiguration aus der Ferne vorgenommen werden, ohne dass dafür irgendwelche Arbeiten am Feldgerät selbst erforderlich sind.





