Fragen: Michael Corban, Chefredakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Herr Niedziella, seit Anfang August zeichnen Sie verantwortlich für das neu geschaffene Kompetenzcenter ‚Digitale Sicherheit‘ im VDE. Welche Zielsetzung verfolgt das Kompetenzcenter?
Wolfgang Niedziella (VDE-Gruppe): Das neu gegründete Kompetenzcenter wird die in der VDE-Gruppe vorhandenen Kompetenzen bündeln und durch weiteren Aufbau sein bestehendes Dienstleistungsportfolio ausbauen. Damit wollen wir unsere Kunden – im wesentlichen Unternehmen – dabei unterstützen, ihr Unternehmen und seine Systeme und Produkte sicherer zu machen, damit Cyberangreifer nicht an sensible Informationen gelangen können.
elektro AUTOMATION: Wo sehen Sie die größten Gefahrenquellen, die Cyber-Kriminalität begünstigen?
Niedziella: Das Thema Digitale Sicherheit betrifft jeden, ob Regierungen, Unternehmen, Behörden oder Privatpersonen. Wenn Sie sich einmal ansehen, wie viele Informationen wir mit unseren vernetzten Geräten – etwa Computer, Tablet, Smartphone und vieles mehr – generieren und wie viele Accounts wir für die verschiedensten Anwendungen in Netzwerken und Internet nutzen, die durchaus sensible Informationen wie vertrauliche Unternehmensinformationen oder Bankingdaten enthalten, dann können Sie sich vorstellen, dass diese Informationen für Cyberangreifer durchaus interessant sein können. Wir müssen uns schlichtweg bewusst sein, dass mit zunehmender Digitalisierung und Vernetzung von Systemen mehr Informationen erzeugt und damit auch weitere Angriffspunkte auf die Datensicherheit geschaffen werden. Und mit zunehmender Anzahl von Angriffspunkten steigt die Gefahr. Somit müssen die Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen ständig weiter entwickeln und ausbauen. Darüber hinaus darf der ‚Faktor Mensch‘ nicht unterschätzt werden. Es gibt immer noch viele Menschen, die mit Informationen leichtsinnig umgehen. So werden Passwörter weitergegeben, nicht häufig genug geändert oder leichtfertig E-Mail-Anhänge mit Schadsoftware geöffnet.
elektro AUTOMATION: Wie nähert man sich als produzierendes Unternehmen, das in immer größerem Maße softwaregestützt arbeitet, dem Thema Security. Gibt es eine Art 3- oder Mehr-Punkte-Plan, den man dazu abarbeiten kann?
Niedziella: Die Unternehmen können sich dem Thema in drei Schritten nähern, allerdings sind es große Schritte:
elektro AUTOMATION: Die Bedeutung der Software steigt ja nicht nur in den Unternehmensprozessen, sondern insbesondere auch in den Produkten, die erzeugt werden. Wie lässt sich Security hier von Beginn an berücksichtigen?





