Einen wichtigen Beitrag der Automation zum Klimaschutz zeigt das Beispiel des European Digital Product Passport (DPP), das auf dem vom ZVEI entwickelten digitalen Typenschild (DNP) beruht, das 2019 erstmalig auf der SPS in Nürnberg vorgestellt wurde. Als Teilmodell der Industrie-4.0-Verwaltungsschale (Asset Administration Shell – AAS) bietet es zahlreiche Vorteile: „Nicht nur spezifische Geräteinformationen können digital, mehrsprachig und stets aktuell abgerufen werden, sondern auch die ganzer Maschinen“, erläuterte Gunther Koschnick, Fachverbandsgeschäftsführer Automation. Eine Dokumentation auf Papier entfällt somit.
Virtuelle Konferenz Führungskreis Industrie 4.0
Mit dieser Thematik beschäftigte sich unter anderem die Online-Konferenz des Führungskreises Industrie 4.0, die Anfang Dezember stattfand. Prof. Dr. Dieter Wegener, Sprecher ZVEI Management Kreis Industrie 4.0, Vice-Chair of ZVEI Management Circle Environment-, Energy-& Climate Politics und Siemens-Mitarbeiter wies in seiner Einführung auf die Bedeutung des European Green Deals für die Industrie hin.
Im Jahr 2020 hat die Europäische Union den New Circular Economy Action Plan (CEAP) vorgestellt, der verschiedene Ziele entlang einer Zeitachse vorgibt. Das Konzept der Circular Economy zielt darauf ab, die Material- und Grundstoffversorgung grundlegend zu verändern, indem Material- und Energiekreisläufe optimiert und soweit wie möglich und ökologisch sinnvoll geschlossen werden. So sollen z.B. im Jahr 2025 etwa 10 Mio. Tonnen recycelter Kunststoff in neuen Produkten zum Einsatz kommen soll. Für das Jahr 2030 ist weiterhin auch eine Recyclingrate von 70 % für alle Verpackungen vorgesehen. Ziel der EU ist es letztendlich, im Jahr 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Vor diesem Hintergrund definieren auch die Mitgliedsunternehmen im ZVEI als Ziele, zukünftige Produkte so zu gestalten, dass sie langlebig, wiederverwertbar, upgradebar, einfach zu reparieren und am Ende des Produktlebenszyklus auch sicher zu recyclen sind. „Unser Ziel ist, den Carbon Footprint sowie den Enviremental Footprint zu reduzieren“, führte dazu Prof. Dr. Dieter Wegener aus: „Daraus können sich durchaus auch zukünftig Geschäftsmodelle ergeben, bei denen die Hersteller beim Product as a Service die Verantwortung für ihr Gerät über die gesamte Lebensdauer übernehmen.“ Mit Hilfe des Digital Product Passport (DPP) ließen sich alle für ein Produkt relevanten Informationen zusammenfassen.
Informationen zu Roh- und Zuliefermaterialien
Prof. Dr. Dieter Wegener erläuterte ergänzend, wie sich mit Hilfe europäischer Datenbanken alle notwendigen Informationen einschließlich der Roh- und Zuliefermaterialien erfassen lassen, um so auch das Greenwashing zu verhindern und ein Recht auf Reparatur einzuführen. Neben dem digitalen Typenschild hält der ZVEI auch die Einführung des Digital Product Passports für erforderlich, der über die gesamte Produktlebensdauer Auskunft gibt. Hier könnten auch Informationen der Hersteller bezüglich digitaler Services bzw. neuer Geschäftsmodelle hinterlegt sein. Die Bemühungen münden am Ende in die Einführung eines zertifizierten Product Carbon Footprint (PCF).





