» Nico Schröder, Korrespondent elektro Automation, Augsburg
Mit Blick auf die Hannover Messe 2021, sagt Dr. Ansgar Kriwet, Vorstand Sales bei Festo: „Wir präsentieren den automatisierungstechnischen Spagat zwischen Massenfertigung und Hochvarianzproduktion“. Um eine flexible Automation zu unterstützen, liefere Festo „modulare Produktbaukästen und smarte Produkte“, denn die Herausforderungen an die industrielle Produktion seien pandemiebedingt nochmals deutlich sichtbar geworden. Kriwet verweist einerseits auf einen großen Bedarf an standardisierten Massenprodukten wie Beatmungsgeräten, Gesichtsmasken oder Impfstoffen. Auf der anderen Seite zeige sich gerade im Lockdown das menschliche Bedürfnis nach Individualisierung und Differenzierung. Menschen würden zunehmend individuelle und spezielle Produkte verlangen, die allerdings auch bei Losgröße 1 immer noch wirtschaftlich herzustellen seien, was für die flexible Produktion wiederum große Herausforderungen darstelle, so Kriwet.
Digitalisierung und Zukunft automatisierter Produktion
Eine geeignete Digitalstrategie und technische Lösungen, die beispielsweise künstliche Intelligenz (KI) nutzen und Anwendern Digitalisierungswissen in Form von Dashboard- und App-Services bereitstellen, prägen längst die aktuellen Festo-Entwicklungen pneumatischer und elektrischer Automation. Zur Hannover Messe 2021 legt Festo seinen Fokus auf Predictive Analytics, auf energieeffiziente Produktionslösungen sowie auf aktuelle Entwicklungen zur Supraleiter-Technologie.
KI-Softwarelösungen für Predictive Analytics
Festo wendet Condition Monitoring und Machine Learning in der Automatisierungstechnik an, um das Verhalten von Komponenten, Maschinen und Anlagen seiner Kunden zu überwachen. Das bedeutet: Fertigungsprozesse effizienter und sicherer zu gestalten, die Qualität zu verbessern, Produktionsausfälle, Ausschuss und Energiekosten zu minimieren. „KI ist der Enabler, der das Automatisierungsbusiness auf einen neue Effizienzstufe bringt. Wir bei Festo punkten durch die besondere Konstellation aus Hardwareexpertise im Bereich elektrische und pneumatische Automatisierung gepaart mit Software- und KI-Kompetenz. Gerade bei Industrial Intelligence ist die Mischung aus Algorithmen gepaart mit dem spezifischen Fachwissen eines Ingenieurs ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung KI-basierter Automatisierungsapplikationen. Das zeichnet Festo aus“, sagt Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management.
Festo konzentriert sich auf drei Anwendungsfälle: Predictive Maintenance, Predictive Quality und Predictive Energy. Zum Einsatz kommt dabei die KI-Softwarelösung Festo AX, die von Festo und Resolto, einem auf KI spezialisierten Tochterunternehmen von Festo, entwickelt wurde. Im Kern gehe es immer um die gleiche Herausforderung, die für Kunden zu lösen sei, so Melzer: „Wir überwachen kontinuierlich Maschinendaten und überprüfen diese gegen unser KI-Modell, das den Gutzustand einer Komponente oder Maschine beschreibt. Die KI-Algorithmen erkennen dann Abweichungen vom Normalzustand und können diese auch voraussagen.“





