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    Edge, Cloud und Container
    Foto: Lightsaber Collection / Unsplash
    Konnektivität & Schnittstellen

    Edge, Cloud und Container

    Eine passende Mischung aus Edge- und Cloud-Computing von Endian in Kombination mit Container-Technologien schafft die Grundlage für zukunftsorientierte Konzepte
    Veröffentlicht
    24. März 2021
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Konnektivität & Schnittstellen

    Raphael Vallazza ist CEO der Endian SRL in Bozen/I

    Inhaltsverzeichnis 1. Sicheres Edge-Computing 2. Container-Technologien für mehr Flexibilität 3. Cloud und IoT-Plattformen 4. Die richtige Mischung für zukunftssichere Konzepte

    Maschinen und Anlagen sind zunehmend vernetzt. Dadurch entstehen schon heute enorme Datenmengen, die in der Zukunft noch weiter ansteigen werden. Geschickt genutzt können diese Daten auch die Grundlage für innovative Geschäftsmodelle bilden. Doch zuerst gilt es, sie zu sammeln und zu analysieren.

    Alle Daten zu Auswertungszwecken an eine übergeordnete IoT-Plattform zu übertragen ist weder sinnvoll noch praktikabel: Einerseits würde das wachsende Datenvolumen immer mehr Rechenkapazität in Anspruch nehmen. Zum anderen sind Echtzeitauswertung in der Cloud nicht möglich, da sich bei der Übertragung technisch bedingte Latenzzeiten ergeben. Angesichts dieser Entwicklung setzen Industrieunternehmen zunehmend auf die Möglichkeit, Daten erst einmal dort zu verarbeiten, wo sie entstehen, nämlich an der Edge, also am Rand des Unternehmensnetzwerks.

    „Noch wird die wirkliche Power der Edge überhaupt nicht genutzt“

    Sicheres Edge-Computing

    Diese als Edge Computing gewinnt mit der steigenden Datenmenge an Bedeutung: Statt einer großen Menge an Basisdaten an eine zentrale Plattform zu übertragen, findet eine Vorauswertung in der Maschine oder der Anlage statt, die die Daten erzeugt. Die erzielten Ergebnisse werden anschließend an die IoT-Plattform weitergeleitet. Besonders eignet sich Edge Computing für Einsatzszenarien mit hoher Latenzempfindlichkeit, wie bei der Machine-to-Machine-Kommunikation. Aber auch zunehmend datenintensive Umgebungen, wie die Smart Factory, die intelligente Fabrik, verlangen nach einer lokalen und schnellen Datenverarbeitung.

    Für die Vorverarbeitung der Daten ist ein Edge Device mit entsprechender Rechenkapazität gefragt, wie sie beispielsweise in einem IoT-Gateway vorhanden ist. Über ein solches Gerät lässt sich einstellen, ob die Daten erst nach einer Auswertung vor Ort oder bei Über- oder Unterschreitung eines gewissen Grenzwertes an die IoT-Plattform übertragen werden sollen.

    Datenbasierte Service- oder Geschäftsmodelle setzen voraus, dass die verwendeten Daten absolut korrekt sind. Falsche Daten führen zwangsläufig zu falschen Entscheidungen. Deshalb ist es wichtig, die Daten vor Diebstahl und Manipulation zu schützen und zwar während der Verarbeitung und Speicherung im Edge Device sowie bei der Übertragung an die übergeordnete IoT-Plattform. IoT-Gateways, die für Edge Computing zum Einsatz kommen, sollten deshalb mit mehreren aufeinander abgestimmten Security-Technologien ausgestattet sein, wie beispielsweise einer Firewall und einem Intrusion Detection System (IDS). Zudem gilt es, die Daten bei der Übertragung zu verschlüsseln und zwar von Ende-zu-Ende.

    Auch die Speicherkapazität eines IoT-Gateways leistet einen Beitrag zur Datensicherheit: Sollte für eine bestimmte Zeit die Übertragung an die zentrale IoT-Plattform über das Internet nicht möglich sein, so bietet das Gateway die Option, die Daten zwischenzeitlich lokal zu puffern, um sie dann an die IoT-Plattform zu übertragen, wenn die Internetverbindung wieder verfügbar ist. Damit lässt sich sicherstellen, dass die Analysen auf durchgängigen Datensätzen basieren.

    Container-Technologien für mehr Flexibilität

    Findet die Datenverarbeitung am Rande des Netzwerks statt, so ist es sinnvoll, auch die notwendigen Anwendungen an der Stelle zu betreiben, wo die Daten entstehen. Container-Technologien wie Docker bieten die Möglichkeit, Anwendungen flexibel zusammenzusetzen und in unterschiedlichsten Umgebungen zu nutzen.

    Ein Beispiel für eine solche Anwendung ist Node-Red, ein grafisches Programmiertool, mit dem sich logische Abfolgen festlegen lassen. Sobald beispielsweise eine Niederlassung mithilfe von Node-Red eine Logik zur Datenverarbeitung entwickelt hat liegt es nahe, diese eventuell auch auf weiteren Produktionsanlagen einzusetzen, die sich an einem anderen Standort befinden. Auch Custom-Anwendungen, die ein Maschinenbauer in der Programmiersprache Python für eine bestimmte Maschine erstellt hat, ist möglicherweise für alle anderen Maschinen des gleichen Typs interessant, die allerdings bei weltweit verteilten Kunden stehen.

    Über den Einsatz von Container-Technologien lassen sich diese Anwendungen einfach auf eine große Menge unterschiedlicher Maschinen übertragen. Damit sind Container-Technologien auch besonders attraktiv für Systemintegratoren, die Industrieunternehmen bei Industrie-4.0-Projekten unterstützen.

    Container sind dabei im Prinzip unabhängig vom Betriebssystem. Sie sind in Schichten aufgebaut, und jedes Element lädt in Abhängigkeit von der Host-Umgebung die notwendigen Bestandteile nach. Damit benötigen Container wesentlich weniger Rechenkapazität als virtuelle Maschinen und bieten gleichzeitig ein Maximum an Flexibilität: Nutzen unterschiedliche Niederlassungen verschiedene Betriebssysteme bei der Überwachung ihrer Produktionsanlagen, so lässt sich die Anwendung über Containerisierung trotzdem in allen Filialen gleichermaßen einsetzen.

    Cloud und IoT-Plattformen

    Sobald Maschinen und Anlagen sicher vernetzt sind und die entsprechenden Anwendungen zur Datenvorverarbeitung überall laufen, lassen sich die Ergebnisse der lokalen Datenanalysen an die IoT-Plattform übertragen. IoT-Plattformen bieten die Möglichkeit, Daten aus mehreren Unternehmensstandorten zusammenführen und auswerten. Setzt man diese Daten noch in Beziehung zu weiteren Faktoren, wie beispielsweise der Außentemperatur, so sind Rückschlüsse auf die optimalen Betriebsbedingungen einer Maschine möglich.

    Je mehr dezentrale IT-Standorte existieren, desto wichtiger ist eine Verbindung in beide Richtungen. Nur mit einer cloudbasierten Fernwartung lässt sich die Sicherheit der Edge-Devices gewährleisten: Über die permanente Anbindung eines IoT-Gateways an das Internet beziehungsweise die Cloud, ist ein Einspielen wichtiger Updates jederzeit möglich. Bei jeder Art von Sicherheits-Software, wie beispielsweise Intrusion-Detection-Systemen, sind regelmäßige Updates Voraussetzung dafür, dass sie zuverlässig gegen Schadsoftware schützen.

    Die richtige Mischung für zukunftssichere Konzepte

    Für die Datenverarbeitung im industriellen IoT setzt sich zunehmend eine Mischung aus Edge- und Cloud-Computing durch. Die Ergänzung von Container-Technologien hebt diese Kombination auf ein neues Level, denn sie ermöglicht die Ausführung von Geschäftsanwendungen genau dort, wo die Daten entstehen. Gleichzeitig sind Container unabhängig von der IT-Umgebung und eignen sich daher besonders für den Einsatz in heterogenen, global verteilten Netzwerken. Zukünftig wird die richtige Mischung aus Edge- und Cloud-Computing sowie Container-Technologien der Schlüssel zu mehr Agilität in der digitalisierten Industrie sein und damit gleichzeitig die Basis für zukunftssichere Konzepte im Industrie-4.0-Umfeld. ge

    Kontakt: Endian SRL Hypatiastraße 2 39100 Bozen/Italien Tel.: +39 0471 63 17 63 info@endian.com www.endian.com/de/

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