Inhaltsverzeichnis
1. Erstes Hauptszenario: enhanced Mobile Broadband (eMBB) 2. Industrie wartet auf Release 16 3. Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem Netz 4. 5G-Trends im Blick: von industrieller Fertigungbis zu mobilen Maschinen
Bis 2025 sollen laut dem Report „Mobile Economy 2019“ der GSM Association rund 15 % des weltweiten Mobilfunks über den Standard 5G laufen. Den Weg für richtungsweisende Anwendungen im industriellen Internet der Dinge (IIoT) sollen dabei eine beispiellose Zuverlässigkeit, Echtzeitfähigkeit sowie eine umfassende Konnektivität ebnen.
Immens seien die Chancen für die Industrie, meint Sander Rotmensen, Leiter des Produktmanagements für drahtlose Industriekommunikation bei Siemens: „Es handelt sich um ein Funknetz, das dank seiner Bandbreite vieles vereinen kann: vom automatisierten Regalsystem über Fertigungsroboter bis hin zu Klimaanlage und Steuerpult – ein allumfassendes Netz, über das sich eine Industrieanlage drahtlos lenken lässt.“ Und Eckard Eberle, CEO der Siemens-Business-Unit Process Automation sagt: „Industrial 5G öffnet die Tür zur umfassenden drahtlosen Vernetzung von Produktion, Instandhaltung und Logistik. Hohe Datenraten, ultrazuverlässige Übertragung und ultrakurze Latenzzeiten werden eine erhebliche Effizienzsteigerung und Flexibilisierung in der industriellen Wertschöpfung ermöglichen“. Die Erwartungen in Bezug aufs industrielle Potenzial und zusätzlicher Wertschöpfung der fünften Mobilfunkgeneration sind also enorm und herausfordernd zugleich.
Um die globale Standardisierung von Mobilfunknetzen, einschließlich der fünften Generation, voranzutreiben, ist aktuell eine weltweite Kooperation von Standardisierungsgremien mit 5G befasst. Im sogenannten 3rd Generation Partnership Project (3GPP) ist auch die Vision für 5G geschaffen worden, die aus drei Hauptszenarien beziehungsweise Anwendungsprofilen besteht, die für Mobilfunknetze der neuen Generation vorgesehen sind:
Erstes Hauptszenario: enhanced Mobile Broadband (eMBB)
Das erste Hauptszenario – enhanced Mobile Broadband (eMBB) – umfasst Verbesserungen gegenüber 4G. Hauptziel ist es, datengetriebene Anwendungsfälle, die hohe Datenraten bei globaler, weiträumiger Netzabdeckung erfordern, umzusetzen. In der Industrie sind so Augmented-Reality-Applikationen denkbar, um Ingenieure im Außendienst zu unterstützen. Die Rechenleistung kommt dabei direkt aus der Cloud.
Mindestens genauso wichtig ist es für die Industrie, dass mit 5G die Verfügbarkeit des mobilen Netzes (ultra-reliable) und dessen Latenzzeit (low-latency) wesentlich verbessert werden. Ultra-Reliable Low-Latency Communication (URLLC) sorgt als zweites Anforderungsprofil für eine hohe Verlässlichkeit des Systems und verspricht Reaktionszeiten im unteren Millisekunden-Bereich. Relevant ist das etwa für die Bewegungssteuerung von Maschinen oder die Positionsbestimmung bei Robotern. Zu den typischen Beispielen zählen auch autonome Logistik, fahrerlose Transportsysteme (FTS) oder Sicherheitsanwendungen.





