Ungeplante Stillstände durch Komponentenausfall gehören zu den kostspieligsten Ereignissen in der industriellen Fertigung. Laut verschiedenen Branchenstudien übersteigen die direkten und indirekten Kosten eines unerwarteten Produktionsstopps in der Prozess- und Fertigungsindustrie schnell fünfstellige Beträge pro Stunde. Ein häufig unterschätzter Auslöser ist der Ausfall der Stromversorgung einzelner Steuerungs- und Kommunikationskomponenten – darunter Gateways in AS-i-Netzwerken (Actuator-Sensor-Interface), die als Schnittstelle zwischen Feldebene und übergeordneten Bussystemen fungieren.
Bihl+Wiedemann, Spezialist für AS-i-Technologie mit Sitz in Mannheim, adressiert dieses Risiko mit dem neuen Redundanzmodul BW5182. Das Modul erlaubt den parallelen Anschluss von zwei 30-V-Netzteilen mit einer Nennstromkapazität von jeweils bis zu 8 A an ein AS-i-Gateway. Eine integrierte aktive Entkopplung trennt die beiden Versorgungspfade voneinander, sodass beim Ausfall eines Netzteils das zweite nahtlos und ohne manuellen Eingriff die vollständige Last übernimmt. Spannungseinbrüche oder Datenverluste im AS-i-Netz werden damit vermieden.
Die aktive Entkopplung ist in diesem Kontext ein wesentliches Designmerkmal: Passive Lösungen – etwa über Dioden realisierte Entkopplungen – verursachen typischerweise Spannungsabfälle, die in stromintensiven AS-i-Segmenten problematisch sein können. Aktive Entkopplung hingegen minimiert diesen Verlust und hält die Versorgungsspannung innerhalb der spezifizierten Toleranzen des AS-i-Standards, der einen Nennspannungsbereich von 26,5 V bis 31,6 V definiert.
Das Modul ist in Schutzart IP20 ausgeführt und für die Hutschienenmontage im Schaltschrank ausgelegt. Die kompakte Bauform soll laut Hersteller die Nachrüstung in bestehende Installationen erleichtern, ohne dass umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich sind. Gerade Retrofit-Projekte, bei denen Anlagenbetreiber die Verfügbarkeit vorhandener Infrastruktur erhöhen möchten ohne vollständigen Austausch der Steuerungsarchitektur, stehen im Fokus dieser Produktpositionierung.
Aus Marktperspektive reiht sich das BW5182 in einen breiteren Trend ein: Die Nachfrage nach Hochverfügbarkeitslösungen auf Feldebene wächst, getrieben durch zunehmende Automatisierungsdichte, kürzere Taktzeiten und steigende Anforderungen an die Overall Equipment Effectiveness (OEE). Redundante Energieversorgungskonzepte, bislang vor allem in sicherheitskritischen Prozessanlagen verbreitet, finden zunehmend Eingang in die diskrete Fertigung und Intralogistik. AS-i als bewährtes, kostengünstiges Feldbus-Protokoll mit über 60 Millionen installierten Knoten weltweit bleibt dabei eine relevante Infrastrukturschicht – insbesondere in Applikationen mit hoher Sensor-Aktor-Dichte wie Fördertechnik, Montagelinien oder Verpackungsanlagen.





