Fehlbedienungen, Fehler bei Montage und Instandsetzung oder auch Alterungseffekte können in Geräten und Maschinen schädliche Überströme bewirken. Schutzschalter unterbrechen diese zuverlässig und sorgen so für Sicherheit für Menschen und Maschinen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie optimal an die jeweilige Anwendung angepasst sind.
Thomas Schmid, Business Development Manager in der Sparte Equipment bei E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH in Altdorf
Inhaltsverzeichnis 1. Überlast- oder Kurzschlussschutz? Oder beides? 2. Frühauslösungen vermeiden 3. Ein- oder zweipolige Absicherung? 4. Richtige Abdichtung 5. Netzschalter mit integriertem Überstromschutz
Sind Schutzschalter dagegen nicht optimal an die jeweilige Anwendung angepasst, sind Geräte- und Maschinenausfälle oftmals vorprogrammiert. Deshalb sind einige Faktoren bei der Auswahl eines Schutzschalters unbedingt zu beachten.
Die Auswahl eines optimal an eine Anwendung angepassten Schutzschalters ist in der Praxis alles andere als trivial. Nur Nennstrom und Nennspannung als alleinige Auswahlkriterien heranzuziehen, reicht nicht aus. Vielmehr müssen bei der Auswahl eines Schutzschalters z. B. auch Fragen wie „Funktioniert der Schutzschalter auch über die gesamte Lebensdauer des Endproduktes ohne Einschränkungen?“, „Ist er auch so ausgelegt, dass unnötige Frühauslösungen und damit unnötige Geräte- und Maschinenausfälle konsequent ausgeschlossen sind?“ und „Sind nicht nur Geräte und Maschinen, sondern auch ihre Bediener optimal geschützt?“ berücksichtigt werden.
Überlast- oder Kurzschlussschutz? Oder beides?
Überlastströme sind Überströme in einem fehlerfreien Stromkreis. Sie treten typischerweise auf, wenn Geräte oder Maschinen kurzzeitig überbeansprucht bzw. überlastet werden. Ein Beispiel: Ein Gartenhäcksler blockiert, weil der Anwender versehentlich zu starke Äste in den Trichter eingeführt hat. Dagegen ist ein Kurzschluss ein Überstrom in einem fehlerhaften Stromkreis. Beispielsweise weil sich im Innern eines Gerätes ein Kabel gelöst hat und es dadurch zu einer widerstandslosen Verbindung zwischen den beiden Polen der Spannungsquelle kommt. Bei der Schutzschalterauswahl ist daher immer als erstes die Frage zu beantworten: Soll der Schutzschalter Überlast- oder Kurzschlussströme absichern oder sogar beides? Die Antwort hierauf ist wichtig, denn das Funktionsprinzip eines Schutzschalters bestimmt, welche Art bzw. Arten von Überströmen abgeschaltet werden können.
So sind thermische Bimetall-Schutzschalter zwar ideal geeignet für den Überlastschutz, jedoch aufgrund ihres geringen Schaltvermögens nur sehr bedingt in der Lage, Kurzschlüsse abzuschalten. Dagegen sind Schutzschalter mit Magnetauslösern wiederum ideale Absicherungselemente bei Kurzschlüssen. Denn sie lösen bei hohen Strömen unverzögert innerhalb von Millisekunden aus und sorgen so dafür, dass selbst hohe Überströme keinen Schaden anrichten. Für den professionellen Überlastschutz dagegen sind sie nicht geeignet.





