Raphael Vallazza ist CEO der Endian SRL in Bozen/I
Inhaltsverzeichnis 1. Sicheres Edge-Computing 2. Container-Technologien für mehr Flexibilität 3. Cloud und IoT-Plattformen 4. Die richtige Mischung für zukunftssichere Konzepte
Maschinen und Anlagen sind zunehmend vernetzt. Dadurch entstehen schon heute enorme Datenmengen, die in der Zukunft noch weiter ansteigen werden. Geschickt genutzt können diese Daten auch die Grundlage für innovative Geschäftsmodelle bilden. Doch zuerst gilt es, sie zu sammeln und zu analysieren.
Alle Daten zu Auswertungszwecken an eine übergeordnete IoT-Plattform zu übertragen ist weder sinnvoll noch praktikabel: Einerseits würde das wachsende Datenvolumen immer mehr Rechenkapazität in Anspruch nehmen. Zum anderen sind Echtzeitauswertung in der Cloud nicht möglich, da sich bei der Übertragung technisch bedingte Latenzzeiten ergeben. Angesichts dieser Entwicklung setzen Industrieunternehmen zunehmend auf die Möglichkeit, Daten erst einmal dort zu verarbeiten, wo sie entstehen, nämlich an der Edge, also am Rand des Unternehmensnetzwerks.
„Noch wird die wirkliche Power der Edge überhaupt nicht genutzt“
Sicheres Edge-Computing
Diese als Edge Computing gewinnt mit der steigenden Datenmenge an Bedeutung: Statt einer großen Menge an Basisdaten an eine zentrale Plattform zu übertragen, findet eine Vorauswertung in der Maschine oder der Anlage statt, die die Daten erzeugt. Die erzielten Ergebnisse werden anschließend an die IoT-Plattform weitergeleitet. Besonders eignet sich Edge Computing für Einsatzszenarien mit hoher Latenzempfindlichkeit, wie bei der Machine-to-Machine-Kommunikation. Aber auch zunehmend datenintensive Umgebungen, wie die Smart Factory, die intelligente Fabrik, verlangen nach einer lokalen und schnellen Datenverarbeitung.
Für die Vorverarbeitung der Daten ist ein Edge Device mit entsprechender Rechenkapazität gefragt, wie sie beispielsweise in einem IoT-Gateway vorhanden ist. Über ein solches Gerät lässt sich einstellen, ob die Daten erst nach einer Auswertung vor Ort oder bei Über- oder Unterschreitung eines gewissen Grenzwertes an die IoT-Plattform übertragen werden sollen.
Datenbasierte Service- oder Geschäftsmodelle setzen voraus, dass die verwendeten Daten absolut korrekt sind. Falsche Daten führen zwangsläufig zu falschen Entscheidungen. Deshalb ist es wichtig, die Daten vor Diebstahl und Manipulation zu schützen und zwar während der Verarbeitung und Speicherung im Edge Device sowie bei der Übertragung an die übergeordnete IoT-Plattform. IoT-Gateways, die für Edge Computing zum Einsatz kommen, sollten deshalb mit mehreren aufeinander abgestimmten Security-Technologien ausgestattet sein, wie beispielsweise einer Firewall und einem Intrusion Detection System (IDS). Zudem gilt es, die Daten bei der Übertragung zu verschlüsseln und zwar von Ende-zu-Ende.





