Die Fragen stellte Andreas Gees, stv. Chefredakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Herr Körte, Sie sind Spezialist für Automatisierung und IoT. Welche Aufgaben haben Sie bei FP Inovolabs in Berlin übernommen?
Stefan Körte: FP Inovolabs ist ein Tochterunternehmen der Francotyp-Gruppe, die für ihre absolut sichere und zuverlässige Frankiertechnik bekannt ist. Inovolabs hat im letzten Jahr begonnen, einen Geschäftsbereich IoT aufzubauen. Francotyp-Postalia verfügt über langjährige Erfahrung bei der hoch sicheren Datenkommunikation zwischen Cloud und Frankiermaschinen. Weil es dabei in der Regel um hohe Geldbeträge geht, spielt die Security speziell bei Schreibzugriffen eine wichtige Rolle. Viele umgehen bei IoT das Thema, indem sie nur Lesezugriffe zulassen. Cloud- und Edge-Computing lassen sich jedoch nur optimal nutzen, wenn beides sicher möglich sind. FP Inovolabs möchte dieses Know-how nutzen und hat mit Tixi außerdem einen Hersteller von IoT-Gateways übernommen, sodass die Berliner heute ein integriertes Portfolio aus Hard- und Software sowie Security bieten können. Das Unternehmen bietet heute kundenspezifische Lösungen und konfiguriert Gateways in der Edge-Funktionalität entsprechend den Anforderungen der Kunden. Inovolabs liefert immer eine maßgeschneiderte Edge-Lösung. Meine Aufgabe ist es aktuell, Vertrieb und Marketing aufzubauen.
elektro AUTOMATION: Alle Daten in die Cloud zu senden galt lange als Devise in der Automatisierung. Längst hat gilt die Erkenntnis, dass nicht alle Daten in die Cloud gesendet werden müssen. Welche Gründe sprechen für das Edge-Computing?
Körte: In der Edge sind im Prinzip drei Funktionalitäten kombiniert. Zum einen ist das die Data Aggregation. Dabei übernimmt das Edge-Gateway die Aufgabe, die in der Peripherie bzw. dem OT-Bereich entstehenden Daten einzusammeln bzw. aus der SPS rückwirkungsfrei zu erfassen. Eine weitere Funktionalität besteht darin, über integrierte I/Os zusätzliche Daten zu generieren. So lassen sich beispielsweise Barcodescanner auslesen oder Drucker ansteuern. Außerdem können über diskrete Ein- und Ausgänge Mess-, Analog- oder Digitalwerte sowie Schaltzustände erfasst bzw. ausgelöst werden. Die Vielfalt an Schnittstellen wird mittels der Software im IoT-Gateway verwaltet. Der nächste Schritt besteht darin, die Daten zu verdichten. Die große Zahl von Daten aus dem Prozess ist in ihrer Gesamtheit für eine Cloud-Applikation meist nicht erforderlich. Die Cloud-Software benötigt vielmehr bestimmte Informationen zu bestimmten Zeiten in einer definierten Genauigkeit. Diese Informationen lassen sich schon in der Edge generieren. Das können beispielsweise Verknüpfungen von verschiedenen Datenpunkten sein, oder auch Messwerte, die skaliert in bestimmten Intervallen in die Cloud gesendet werden. Oft interessiert nur, ob ein Messwert bestimmte Grenzen über- oder unterschreitet, sodass eine Warnung erfolgen kann.





