elektro AUTOMATION: Schuler bietet eine breite Palette vom kleinen Stanzautomaten über die Transferpresse mit Bandanlage bis hin zu Pressenlinien. Aus der Historie heraus sind diese Anlagen mit unterschiedlichen Steuerungen und Visualisierungen ausgestattet. Was war der Grund, hier eine Vereinheitlichung einzuführen?
Rupert Persterer (Schuler): Die Bediener von Schuler-Anlagen wünschen sich eine einheitliche Bedienoberfläche. In dem Moment, wo sie an einer Anlage aus unserer Produktion stehen, sollen sie sich einfach zurechtfinden. Dazu haben wir nicht nur die Masken und die Farben, sondern das gesamte Bedienkonzept geändert innoviert. Unser Ziel ist, alle Maschinen mit derselben Oberfläche auszustatten. Zwar sind die Schuler-Maschinen funktionell durchaus sehr unterschiedlich, aber wie der Bediener Daten eingibt, wie er sie editiert, wie er eine Diagnose durchführen kann, das soll zukünftig an jeder Maschine gleich erfolgen.
elektro AUTOMATION: Sowohl das Steuerungspult als auch die Visualisierung für Maschinen von Schuler verfügen ab sofort über ein einheitliches Aussehen. Welche konkreten Anforderungen sind in die Konzeption eingeflossen?
Persterer: Wir bauen bei Schuler seit vielen Jahren Maschinen für anspruchsvolle Kunden vor allem aus der Automobilindustrie. Aus diesem Kundenkreis bekommen wir sehr viel Feedback, das in die Weiterentwicklung unserer Pressen einfließt. Wir bauen dabei auch auf die Erkenntnisse der Bediener vor Ort sowie auf die Fachleute, die die Anlagen in Betrieb nehmen. Wir realisieren sogenannte Innovationssteps, wie die Einführung eines neuen Softwaresystems für das Engineering. Im Rahmen dieses Steps haben wir die Software-Architektur neu aufgebaut und gleichzeitig das Design innoviert. In der Vergangenheit waren unsere Bedienoberflächen farbiger, heute verfolgen wir einen minimalistischen Gestaltungsstil im Flat Design. Wir haben uns dabei vor allem auf die Mechanismen konzentriert, wie sich beispielsweise Fenster öffnen und verschieben lassen und uns dabei an der Bedienung moderner Tablets orientiert. Wir haben versucht, diese Art der Bedienung auf unsere Maschinen zu übertragen; in Kooperation mit professionellen Designern.
Ralf Sohr (Schuler): Letztendlich sollen auch die HMI-Schnittstelle hardwareseitig und die Bedienoberfläche zum Corporate Design passen. Das Design soll dem Bediener immer dieselben Bedientasten an derselben Stelle des Bediengeräts bieten, unabhängig vom Maschinentyp. Wir bauen bei Schuler durchaus sehr komplexe Anlagen aus verschiedenen Maschinentypen. Jeder Anlagenteil hat dabei ein eigenes Bedienpult. Bei jedem dieser Geräte soll der Bediener zukünftig dasselbe Look and Feel antreffen. Jeder Kunde wünscht sich letztendlich, dass er die einzelnen Maschinen einer Linie immer auf dieselbe Weise bedienen kann. Und unser Bestreben ist es, diese Wünsche zu berücksichtigen. Wer an eine Maschine kommt, soll außerdem auch gleich erkennen, dass es sich um eine Schuler-Anlage handelt. Auch bei der Visualisierung haben wir das Corporate Design ganz stark berücksichtigt.





