1. Alle 68 s zwei Fahrzeuge 2. Elektrisches Kontaktierungsmodul abgekündigt 3. Weitere Einsatzsszenarien denkbar
Moderne Anlagenkonzepte zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass Hardware- zunehmend durch Softwarelösungen ersetzt werden und das Handling der Prozessdaten einfacher und transparenter wird. Unterstützt werden solche Lösungen immer häufiger durch den einfach handhabbaren Kommunikationsstandard IO-Link, der als Enabler für produktive Industrie-4.0-Konzepte gilt. Doch der Reihe nach: Fertigungslinien in der Automobilbranche sind hochgradig vernetzt und komplex. Bis diese komplett ausgetauscht werden, vergehen nicht selten Jahrzehnte. Vor dem Hintergrund des rasanten technologischen Wandels findet Innovation nichtsdestotrotz punktuell an den unterschiedlichen Stellen entlang der automobilen Fertigungskette statt.
Alle 68 s zwei Fahrzeuge
Seit letztem Jahr rollt bei Ford in Köln der neue Ford Fiesta vom Band: Zwei Fahrzeuge alle 68 Sekunden, ein Topwert in der Branche und Kennzeichen für ein hohes Maß an Produktivität. Die technischen Voraussetzungen für den Launch des Modells wurden bereits im Vorfeld geschaffen. Im Maschinen- wie im Fahrzeugbau ist es dabei gang und gäbe, dass über Jahre eingesetzte Produkte unter Verweis auf die verbleibende Restlaufzeit abgekündigt werden. Für die verantwortlichen Ingenieure das Signal, entweder auf ein Konkurrenzprodukt umzusteigen oder neue, optimalere Lösungen anzudenken.
In einer der automatisierten Schweißlinien bei Ford bewegen sich 17 Geopaletten im Rundlauf unabhängig von der Steuerung durch die Anlage. Jede Palette führt eine Ventilinsel sowie einen Busknoten mit sich, der an drei Dockingstationen über einen Buskoppler mit dem Anlagenbus und der SPS verbunden wurde. Im Zuge der automatisierten Fertigung des Motorraum-Modules sorgten Führungsdorne dafür, dass die pneumatischen und elektrischen Kopplersysteme von mobiler Palette und Basisstation exakt zueinander fanden. Die eingespeiste Druckluft spannte das Werkstück bestehend aus Querträger und Radläufen auf. Über einen Rundsteckverbinder wurden Energie und Daten übertragen.
Elektrisches Kontaktierungsmodul abgekündigt
Vor einiger Zeit kündigte der Steckerhersteller das elektrische Kontaktierungsmodul ab. Mit 30 Pins war die Steckermechanik seit jeher verschleißanfällig. „Seit vielen Jahren verbindet Ford und Balluff eine enge Projektpartnerschaft. Als wir von der Problemstellung erfuhren, war dies der Anlass zur Vorstellung unserer Lösung: ein Induktivkoppler over IO-Link“, erinnert sich Ulrich Balwanz, Key Account Manager Automotive bei Balluff. Sowohl Energie als auch Daten werden über einen Luftspalt berührungslos übertragen. Mechanischer Verschleiß und Kabelbruch sind passé, die Einheiten schnell montier- und handhabbar sowie gänzlich wartungsfrei. In Verbindung mit der vielseitigen Kommunikationsschnittstelle IO-Link können Daten in beide Richtungen übertragen werden. SPS bzw. Master und Device tauschen ungehindert Event-, Parameter- und Prozessdaten aus. Dank IO-Link sind Installation und Inbetriebnahme denkbar einfach. Die Anbindung von Aktorik und Sensorik an den IO-Link-Master erfolgt über standardisierte Kabel mit M12-Steckverbindern. Das System verhält sich dabei quasi unsichtbar und muss nicht parametriert werden. „Empowered by IO-Link“ ist das induktive Kopplersystem quasi aus dem Stand kommunikationsfähig.





