Frank Thelen, Geschäftsführer der Q-loud GmbH in Köln
Etwa 25 Mrd. vernetzte Geräte benötigen vor allem eine leistungsfähige Infrastruktur. Doch wer liefert diese Infrastruktur? Hier gerät automatisch das Mobilfunknetz in den Fokus, dessen neuer Standard 5G vor der Einführung steht – der Startschuss ist für das Jahr 2020 geplant – und die notwendigen Kapazitäten liefern kann: Übertragungsraten mit bis zu 10 GB pro Sekunde, Latenzzeiten unterhalb 1 ms, eine robuste Konnektivität inklusive. Gerade dieser Aspekt ist von besonderer Relevanz, denn vernetzte Dinge befinden sich auch an abgelegenen oder schwer erreichbaren Orten.
Schmalbandig und leistungsfähig
Bereiche, in denen sehr große Datenmengen nahezu in Echtzeit ausgetauscht werden müssen, wie große Produktionsanlagen der Industrie oder beim vernetzten Straßenverkehr, werden 5G zwingend voraussetzen. Hier agieren Forschung und Industrie bereits Hand-in-Hand, wie die Kooperation etwa von Vodafone mit der RWTH Aachen beim Thema vernetzte Mobilität im Aldenhoven Testing Center belegt. Das Mobilfunknetz steht damit insgesamt vor wachsenden Herausforderungen, wenn zusätzlich zum bisherigen Traffic weitere Einsatzfelder abgedeckt werden sollen. Allein die täglich etwa 63 Mio. PKWs, LKWs und Busse auf deutschen Straßen ließen bei einer Vernetzung das derzeitige Volumen explodieren. Zur Entlastung des Netzes rücken daher Lösungen in den Fokus, die zwar auf 5G aufbauen, jedoch weniger Ressourcen benötigen und schmalbandiger agieren. Dazu zählt etwa Narrow Band IoT (NBIoT), eine LPWA-Technologie (Low Power Wide Area), die praktisch überall funktioniert und Deutschland-weit sofort greifbar ist. NB-IoT wird im lizenzierten Spektrum betrieben, ist sicher und zuverlässig und bietet garantierte Quality of Service. Geräte können so auf einfache und effiziente Weise in bereits etablierten Mobilfunknetzwerken verbunden werden. Zudem ist die sichere und zuverlässige Verarbeitung kleiner Mengen an Daten mit attraktiven Rahmenbedingungen möglich. Hierzu zählen insbesondere der niedrige Energieverbrauch, eine große Reichweite in Gebäuden, die einfache, sichere und zuverlässige Implementierung in die vorhandene Mobilfunk-Netzwerkarchitektur sowie die niedrigen Kosten der erforderlichen Komponenten. Dies macht NB-IoT besonders attraktiv für Einsatzfelder wie Messdatenerfassung, die M2M-Kommunikation und bei Sensoren für Sicherheitssysteme. Marktteilnehmer gehen davon aus, NB-IoT werde zum Synonym für das Maschinennetz, denn es vernetzt Gegenstände und Maschinen auch an Orten, die aufgrund ihrer Abschirmung oder der großen Entfernung zum nächsten Mobilfunkmast vom herkömmlichen Mobilfunk nicht mehr erreicht werden: Auch hinter Betonwänden, im Keller oder tief im Innern großer Gebäude gewährleistet NB-IoT ob seiner Reichweite die großflächige Abdeckung. Das arbeitsintensive Verlegen von Kabeln oder die Installation externer Antennen entfallen.





