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    Harting bietet Schnittstellen für den modularen Maschinenbau
    Foto: Foto: Miron Huang / Unsplash
    Konnektivität & Schnittstellen

    Harting bietet Schnittstellen für den modularen Maschinenbau

    Harting stellt Lösungen für alle Interfaces für Power Signal Daten bereit, die in der modernen Technik für Produktionssysteme notwendig sind
    Veröffentlicht
    24. April 2020
    Lesezeit
    6 Minuten
    Rubrik
    Konnektivität & Schnittstellen

    Dipl.-Ing. Jakob Dück ist Global Industry Segment Manager bei Harting in Espelkamp

    1. Maschinenbau erfodert Modularisierung 2. Die Modularisierung der Produkte sichert den Unternehmenserfolg 3. Die physikalische Ebene von den logischen trennen

    Das Prinzip der Modularität lässt sich am besten an den Lego-Bausteinen erklären. Aus wenigen Grundbausteinen und definierten Verbindungselementen lassen sich zahllose Objekte erzeugen. Diese Herangehensweise hat sich in der Industrie auch für Produkte mit wesentlich höherem Komplexitäts- und Variabilitätsgrad etabliert: Typisch ist die Plattform-Strategie der Autoindustrie, nach der nicht nur Motoren, Getriebe und Fahrachsen, sondern ganze Chassis als skalierbare Module für Autos unterschiedlicher Modelle, Typen und sogar Marken Verwendung finden. Auch in der industriellen Steuerungs- und Antriebstechnik können Systeme wie SPS, IPC, HMI und Antriebskomponenten aus einzelnen Scheiben oder mehreren Remote-I/O-Blöcken maßgeschneidert für die jeweils zu automatisierende Maschine oder Anlage angepasst werden. Sie können im weiteren Einsatz ohne großen Aufwand erweitert oder abgeändert werden.

    Maschinenbau erfodert Modularisierung

    Es lässt sich einwenden, dass die Modularisierung bei komplexen, industriell gefertigten Produkten sowohl technisch als auch wirtschaftlich oft nur deshalb erfolgreich sein kann, weil diese tausend- (Industriesteuerungen) oder gar millionenfach (Automobil) gebaut werden. Doch kann der Modularisierungsansatz auch dann erfolgreich sein, wenn bestenfalls ein paar hundert Maschinen eines Typs pro Jahr gebaut werden? Die Antwort muss ja lauten. Es gibt im Maschinenbau derzeit keine Alternative zur Modularisierung. „Standardisierung und Modularisierung zielen ab auf ein Portfolio mit geringerer Varianz und Komplexität sowie einem insgesamt niedrigeren Kostenniveau, ohne dabei Breite und Individualität des Angebots zu verringern“, sagt dazu der VDMA in den ‚Zukunftsperspektiven deutscher Maschinenbau‘. Um die Bedeutung dieser Aussage besser zu verstehen, sollen hier noch eine Reihe typischer Anforderungen im Markt der Fertigungssysteme genannt werden:

    Gefordert wird eine hohe Variabilität der Produktionssysteme, die es ermöglicht, eine größere Bandbreite von Produkten auch in kleinen und mittleren Stückzahlen zu fertigen. Dazu müssen die Anlagen skalierbar sein und Optionen für die nachträgliche Erweiterung hinsichtlich Kapazität und Ausbringung bieten. Stand früher die Netto-Produktivität im Vordergrund, achten Maschinenbaukunden heute verstärkt auf Variabilität und Erweiterbarkeit. Anders gesagt: Nicht ‚hochgezüchtete‘ Anlagen für die Erzeugung von Komponenten in hoher Stückzahl sind gefragt, sondern solche, mit denen sich unterschiedliche Produkte in kleinen bis mittleren Stückzahlen flexibel herstellen lassen (Production Systems 2020, Roland Berger 2011).

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    Der Wettbewerb im Maschinenbau zwingt die OEMs von Produktionssystemen, ihre Business-Modelle zu erweitern. Im B2B-Markt reicht es nicht mehr, gute Produkte zu entwickeln, diese an die Betreiber zu verkaufen und dann auf Service- und Wartungsaufträge zu warten. Früher oft angewandte TCO-Modelle zur Wirtschaftlichkeit von Investitionen werden immer häufiger durch LCC-Modelle (LCC = Life Cycle Costs / Lebenszykluskosten) erweitert. Damit lassen sich neue Businesskonzepte inklusive Wartung-, Service, Retrofit und Predictive Maintenance transparent anbieten. Der Maschinenbauer kann den Anwender leichter überzeugen, dass die erweiterten Angebote rund um den Lebenszyklus einer Anlage für ihn von Vorteil sind. Die wachsende Nachfrage nach Subskriptionsmodellen auf Kundenseite (Pay per Use, Pay per Month, Pay per Unit usw.) bestätigt den übergreifenden Trend. Für die OEMs ist es auch wirtschaftlich sinnvoll, sich nutzen- und service-orientierten Modellen zuzuwenden. Lag im Jahr 2018 die durchschnittliche Marge beim Neumaschinengeschäft bei 5,4 Prozent, war diese Marge mit über 40 Prozent im Service-Geschäft um ein Vielfaches höher. Zudem ist die Nachfrage nach Service bei weitem nicht so zyklusabhängig wie die nach Maschinen.

    Gerade bei hochpreisigen Investitionsgütern ist es für den Anwender oft wesentlich wirtschaftlicher, bestehende Maschinen zu erweitern oder einzelne Aggregate oder Subsysteme zu erneuern, als in eine komplette Neuanschaffung zu investieren. In einigen Abnehmerbranchen des Maschinenbaus hat sich die Erwartung verbreitet, dass Maschinen-Module und Sub-Systeme unterschiedlicher Anbieter sich ohne zusätzlichen Aufwand in eine zusammenhängende Produktionslinie verbinden lassen – ohne dass daraus Nachteile entstehen. Diese Anforderungen lassen sich technisch und betriebswirtschaftlich effizient nur dann unter einen Hut bringen, wenn die Produktionssysteme modularisiert und vernetzt als smarte Systeme in unterschiedlichen Ausbaustufen angeboten werden.

    Die Modularisierung der Produkte sichert den Unternehmenserfolg

    Aus den Erfahrungen mit Harting-Kunden sollten OEMs bei der Entscheidungsfindung im Für und Wider des modularen Ansatzes folgende generelle Fragen erst positiv beantwortet werden:

    Wie weit sollte man eine Maschine oder Anlage in Module aufteilen und welche generelle Vorgehensweise ist zu empfehlen? Die eigentliche Genialität bei den Lego-Bausteinen liegt nicht in den Bausteinen selbst, sondern in den Verbindungen zwischen ihnen. Diese bestimmen die mögliche Granularität der Aufteilung, sind aber auch der einschränkende Faktor für die Verbindung von Bauteilen. Vergleichbar verhält sich es bei den Schnittstellen einzelner Module einer Maschine oder Anlage: Die Interfaces gewährleisten das stimmige Zusammenfügen. Sie gewährleisten zugleich das einwandfreie zweckmäßige Funktionieren eines Produktionssystems, einer einzelnen kompakten Maschine ebenso wie einer ganzen Produktionslinie. Somit ist die Kernfrage der Modularisierung: Wie grenzt man die die Bausteine eines Gesamtsystems voneinander ab?

    Harting empfiehlt für die Festlegung der Grenzen zwischen den elektrischen und elektromechanischen Power-, Signal-, Daten- und Kommunikation-Interfaces folgendes Vorgehen:

    Ergebnis ist eine Matrix mit allen angedachten Modulen des künftigen Systems. Sichtbar wird auch die hierarchische Anordnung der Elemente mit zugehörigen Schnittstellen inklusive Relevanz für eines oder mehrere Maschinen-Module. Der Vorteil eines solchen Vorgehens ist, dass eine Grundlage für die Bewertung der Machbarkeit, der technischen Risiken und der erforderlichen Auslegung von Schnittstellen erhält. Darüber hinaus schafft man für sich selbst Transparenz durch Gewichtung der Bedeutung der Module für das künftige System. Aus der Aufstellung können alle beteiligten Fraktionen sowie weitere Festlegungen und Schritte für die Entwicklung der Module und Prozesse abgeleitet werden.

    Die physikalische Ebene von den logischen trennen

    Bei der Entscheidung für eine Struktur ist zu beachten, dass bei zentralen Systemen zwar in der Regel geringere Kosten für Komponenten beziehungsweise Materialien anfallen. Dafür erhöht sich allerdings der Kosten- und Ressourcen-Aufwand sowohl für die Fertigung als auch für den Aufbau beim Endkunden. Erweiterungen und Nachrüstungen können zudem zeit- und kostenintensiver werden, das gleiche gilt für Service und Instandhaltung.

    Positiv aus OEM und Endanwendersicht ist, dass alle modernen Steuerungs-, Antriebs- und HMI-Systeme es ermöglichen, die physikalische Ebene vollständig von den logischen Ebenen zu trennen. Das gilt sowohl fürschnelle Abläufe als auch für hochsensible sicherheitsrelevante oder auch verkettete Systeme. Die (fast) absolute Freiheit durch Modularisierung der Produktionssysteme wird entscheidend durch die Schnittstellen geprägt. Dazu hält die Technologiegruppe Harting Lösungen und Produkte für alle Arten von Power-, Signal- oder Daten-Schnittstellen bereit, die immer auf die benötigten Anforderungen (elektrische, EMV-Eigenschaften) der Übertragungsstrecke kostenoptimiert auslegbar sind.

    Eine konsequente Modularisierung auf Grundlage der gezielten Optimierung aller Kosten und Leistungserbringungs-Prozesse im gesamten Lebenszyklus (LCC-Modell) ermöglicht den OEMs die Fertigung von Maschinen im Baukastenprinzip – mit geringerem Kosten- und Zeitaufwand. Zugleich erhöht die Strategie den Spielraum für kundenspezifische Konfigurationen. Die Anwender profitieren von der Modularisierung, denn sie erhalten eine kosten- und anforderungsoptimierte und zugleich transparent ausgelegte Maschine. (ge)

    Weitere Details zur Modularisierung

    Harting Deutschland GmbH & Co. KG Simeonscarré 1 32427 Minden Tel.: +49 571 8896-0 E-Mail: empfang@harting.com Website: www.harting.com

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