Hilscher hat seine cifX-PC-Kartenfamilie im PCI-Express-Format um neue Varianten mit PROFIBUS-DP-Schnittstelle erweitert. Die Karten basieren auf dem netX 90 System-on-Chip (SoC) und erfüllen die Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) der Europäischen Union. Mit der Erweiterung adressiert Hilscher Anwender, die PC-basierte Steuerungs- und Automatisierungssysteme in bestehende PROFIBUS-Netzwerke integrieren müssen, ohne auf aktuelle Sicherheitsstandards verzichten zu wollen.
Der netX 90 ist Hilschers jüngste SoC-Generation für industrielle Kommunikation. Er unterstützt sowohl Industrial-Ethernet-Protokolle als auch klassische Feldbusse auf einer einheitlichen Hardwareplattform. Die Integration eines ARM-Cortex-M4-Prozessors mit dediziertem Kommunikationsprozessor erlaubt die Protokollverarbeitung on-chip, was die Systemlast des Host-PCs reduziert und deterministische Zykluszeiten ermöglicht. Sicherheitsrelevante Funktionen wie Secure Boot, verschlüsselte Firmware-Updates und kryptografische Identitäten sind im SoC verankert und bilden die technische Grundlage für die CRA-Konformität.
PROFIBUS DP ist trotz der fortschreitenden Migration zu Industrial Ethernet in vielen Fertigungsumgebungen nach wie vor im Einsatz – insbesondere in der Prozessindustrie, bei älteren Maschinenparks und in Applikationen mit langen Investitionszyklen. PC-Karten mit PROFIBUS-Anbindung werden typischerweise als Master in Scada-Systemen, Condition-Monitoring-Applikationen oder als Gateway-Komponenten eingesetzt, wo ein Industrie-PC die übergeordnete Steuerungs- oder Datenerfassungslogik übernimmt. Die Einbindung in den PCI-Express-Steckplatz ermöglicht dabei hohe Datendurchsätze zwischen Karte und Host-System.
Mit der Erweiterung auf PROFIBUS DP folgt Hilscher einer Strategie, die langfristige Verfügbarkeit und Investitionsschutz mit modernen Sicherheitsanforderungen kombiniert. Der CRA, der in der EU ab 2027 verpflichtend gilt, verpflichtet Hersteller vernetzter Produkte zu Maßnahmen für Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus – einschließlich Schwachstellenmanagement und Sicherheitsupdates. Kommunikationskarten, die als aktive Netzwerkkomponenten in industriellen Steuerungssystemen eingesetzt werden, fallen in den Anwendungsbereich dieser Verordnung.
Für Systemintegratoren und Maschinenbauer bedeutet die neue Kartenvariante, dass sie PROFIBUS-Installationen weiterführen können, ohne separate Legacy-Hardware mit eingeschränktem Support-Horizont einsetzen zu müssen. Die cifX-Plattform bietet zudem eine einheitliche API über alle unterstützten Protokolle hinweg, was den Entwicklungsaufwand beim Wechsel zwischen Protokollvarianten reduziert. Hilscher gibt die Verfügbarkeit der neuen PROFIBUS-DP-Varianten mit August 2026 an.





