HMS Networks hat seine jährliche Marktanteilsanalyse für industrielle Netzwerke vorgelegt – bereits zum zwölften Mal in Folge. Das Kernergebnis der Studie 2026: Industrial Ethernet entfällt auf 79 % aller weltweit neu installierten Netzwerkknoten. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 76 %, im Basisjahr 2015, als HMS die Erhebung erstmals publizierte, lediglich bei 34 %. Die Verschiebung weg von klassischen Feldbustechnologien hat sich damit nicht nur fortgesetzt, sondern erkennbar beschleunigt.
Der Bericht ordnet die Entwicklung in ein verbessertes Marktumfeld ein. Nach einer Abschwächung im Jahr 2024, die auf Überbestände in stark automatisierten Branchen sowie Lieferkettenprobleme zurückzuführen war, normalisierte sich die Komponentenverfügbarkeit im Jahr 2025 wieder. Fertigungsinvestitionen wurden in den meisten Regionen wieder aufgenommen. Einzig die europäische Automobilindustrie blieb laut HMS ein strukturell belastetes Segment. Für die kommenden fünf Jahre prognostiziert HMS Networks ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,7 % bei neu installierten Knoten.
Für Anbieter von Automatisierungskomponenten, Maschinenbauprojektierer und Systemintegratoren liefert die Studie eine klare Richtungsweisung: Die Migration zu Industrial-Ethernet-Protokollen wie PROFINET, EtherNet/IP oder EtherCAT ist kein langfristiges Zukunftsszenario mehr, sondern spiegelt bereits den etablierten Installationsstandard wider. Klassische Feldbusse wie PROFIBUS oder DeviceNet verlieren entsprechend schrittweise an Relevanz bei Neuinstallationen, bleiben aber in bestehenden Anlagen weiter relevant.
Die Bedeutung dieser Verschiebung geht über reine Konnektivitätsfragen hinaus. Industrial Ethernet ist Voraussetzung für viele Industrie-4.0-Architekturen, OPC UA-basierte Kommunikation sowie für die Integration von Edge-Computing- und IIoT-Plattformen. Die Durchgängigkeit von der Feldebene bis in die Cloud, wie sie etwa TSN-fähige Ethernet-Topologien ermöglichen, setzt Ethernet auf Feldebene zwingend voraus. Der steigende Anteil neu installierter Ethernet-Knoten schafft damit auch die infrastrukturelle Basis für KI-gestützte Analysen in der Fertigung und vorausschauende Wartungskonzepte.
HMS Networks ist als Anbieter von Produkten für industrielle Kommunikation – darunter die Anybus-Produktfamilie sowie Ewon-Fernwartungslösungen – selbst Marktteilnehmer im analysierten Segment. Trotz dieser Interessenlage gilt die jährliche Studie in der Branche als methodisch etablierte Referenz für Marktentwicklungen im Bereich industrieller Netzwerke. Der vollständige Bericht ist über HMS Networks abrufbar.
Quelle: HMS Networks Presse – https://www.hms-networks.com/de/news/news-details/15-06-2026-annual-hms-report-2026





