Christoph Mühlhäuser, Leiter Business Development, Elektro-Bau-Elemente GmbH, Leinfelden-Echterdingen
Inhaltsverzeichnis
1. Im Jahre 1940 erstmalig patentiert 2. Bedenken in der Industrie 3. Widerstandsfähig und flach 4. Störende Einflüsse 5. Ansatz für kapazitive Taster adaptiert 6. Lernen, was der Mensch will 7. Kriterien fürs Projekt
Die Idee bewegt die industrielle Forschung seit über 50 Jahren. Berührungsempfindliche Tasten und Bedienfelder könnten eine Alternative zu mechanischen oder mechatronischen Schaltern sein. Mensch-Maschine-Schnittstellen ohne bewegliche Teile würden nicht verschleißen. Sie wären wartungsfrei. Sie vereinfachen manuelle Tätigkeiten. Und sie lassen sich beliebig designen, brauchen wenig Platz und eignen sich für viele Anwendungen. So lauteten einige Erwartungen.
Im Jahre 1940 erstmalig patentiert
Zu den Ideengebern zählte Eric Johnson von der britischen Forschungseinrichtung Royal Radar Establishment in Malvern. Er berichtete erstmals 1965 über seine Entwicklung eines kapazitiven Touchscreens. Fortschritte brachten unter anderem Patente von Willis A. Larson, Magic Dot Inc., aus dem Jahr 1971 oder von Dieter Michalski, ITT Inc., aus dem Jahr 1978. Larson wies darauf hin, dass die grundlegende Technologie bereits 1940 patentiert worden war. Heute wächst eine ganze Generation mit der Technologie auf: mit dem Smartphone in der Hand und dem Touchdisplay am Kühlschrank in der Küche sowie in modernen Designs der neuesten PKWs und Nutzfahrzeugen.
Bedenken in der Industrie
In der Industrie hielten sich Vorurteile. Man traute den scheinbar fragilen kapazitiven Tastern und Eingabefeldern nicht. Berechtigterweise. Vibrationen, Stöße, Interferenzen, Hitze, Staub, Wasser, Dampf, Öle, Fette, Säuren. Das alles gehört zum Alltag in der Fabrik und kann die Sensoroberfläche und ihr kapazitives Feld beeinträchtigten. Mit Handschuhen lassen sich kapazitive Taster mangels Leitfähigkeit schon gar nicht bedienen, hieß es.
Doch die Einstellung wandelt sich. So suchen Entwickler im Maschinenbau derzeit nach neuen, günstigen und langlebigen Mensch-Maschine-Schnittstellen. Sie wollen manuelle Bedienungsabläufe und das Risiko von Fehlbedienungen minimieren. Je weniger Handgriffe, je mehr Automatisierung, um so besser. Alles muss flüssiger, schneller, sicherer, effizienter ablaufen.
Der Markt bietet bereits eine Reihe innovativer Interfaces auf Basis der kapazitiven Sensortechnologie. Sie wirkt ästhetisch und vereint viele Bedienfunktionen unter einer Glasoberfläche. Diese ist zudem noch wesentlich einfacher zu reinigen als ein klassischer Schalter oder Taster, welcher in eine Öffnung eines Frontpanels eintaucht, und damit Potential bietet dass sich Schmutz und Staub ablagert und ggf. sogar die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.





