Hermann Püthe, geschäftsführender Gesellschafter der Inpotron Schaltnetzteile GmbH in Hilzingen
In Deutschland produzierte Produkte genießen auch in China ein beträchtliches Ansehen. Manch deutscher Betrieb sieht deshalb im Reich der Mitte einen attraktiven Absatzmarkt. Andere Unternehmen nutzen China wiederum als Beschaffungsmarkt. Geschäfte nebenbei lassen sich in und mit diesem Land indessen kaum realisieren. Vielmehr müssen sich Interessierte vorab nicht nur umfassend über steuer-, arbeits- sowie exportrechtliche Rahmenbedingungen informieren, sondern auch Währungsschwankungen in Kauf nehmen. Ferner darf die Größe des Landes auf keinen Fall unterschätzt werden, weshalb möglicherweise lange Lieferzeiten in Betracht zu ziehen sind. Wollen hiesige Unternehmen regelmäßig in China tätig sein oder dort Niederlassungen und Produktionsstätten unterhalten, sind zudem umfangreiche Recherchen über den Wettbewerb und mögliche Geschäftspartner unerlässlich.
Aus China importierte Waren und Güter gelten oftmals als vergleichsweise preisgünstig. Eine faire Preisbetrachtung applikationsspezifischer Netzteile ist jedoch vielfach schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. So lässt sich zum Beispiel bei preiswert angebotenen Netzteilen mit sehr kleinen Bauformen die im Katalog angegebene Leistung von 230 W nicht selten nur mit einer starken aktiven Belüftung bis 40 °C realisieren. Inpotron-Kunden hingegen spezifizieren die Leistung mit natürlicher Konvektion bis mindestens + 60 °C und einem Eingangsspannungsbereich von 90 bis 264 VAC.
Bei genauer Betrachtung der Derating-Kurven von Temperatur und Eingangsspannung der Katalogprodukte schrumpfen die angeblichen Leistungswunder auf 60 W. Ferner werden hier Angaben zur Lebendsauer unter Maximalbelastung gerne zurückgehalten. Im direkten Vergleich sind die preislichen Unterschiede kundenspezifischer Netzteile ausschließlich in den Fertigungskosten zu finden. Diese ergeben sich aus den Aufwendungen für die automatisierte Produktion als auch für manuelle Prozesse. Zwar sind die Lohnkosten in Deutschland im Vergleich zu den in fernöstlichen Ländern üblichen Vergütungen höher. Allerdings schlägt der Aufwand für manuelle Fertigungsprozesse bei individuell gefertigten Stromversorgungen lediglich mit einem Anteil von etwa 10 % zu Buche. Ein in einem Low-Cost-Land mit vergleichbaren Innovationsinvestitionen gefertigtes und technologisch gleichzusetzendes Netzteil wird somit nur unwesentlich kostengünstiger sein.
Mit Qualität punkten
Inpotron fertigt getreu der Maxime „vom Kundenwunsch zum Kundennutzen“. Der Lösungsanbieter setzt dabei auf eine optimale Beratung, erklärbare Prozesse und transparente Systemdesigns. Mit einem wachen Auge für wirtschaftliche Lösungen und Trends produziert das Unternehmen jährlich knapp 800.000 Netzteile. Eine hohe Stückzahl, die sich auf ca. 500 individuell gestaltete Geräte und sehr unterschiedliche Märkte verteilt. Das Unternehmen macht deutlich, wie sich Applikationen optimal realisieren lassen und unterstützt Kunden bei Fragestellungen der mechanischen Konstruktion. Außerdem bietet Inpotron ergänzende Prozesse wie beispielsweise Burn-In-Verfahren und begleitende EMV-Prüfungen an. Applikationsspezifisch entwickelte Stromversorgungen können darüber hinaus Daten erfassen, anhand derer sich die damit betriebenen Systeme analysieren und auswerten lassen. Ein Feature, das insbesondere durch die zunehmende Digitalisierung von Prozessketten und die immer häufigere Automatisierung von Abläufen an Stellenwert gewinnt. Überdies garantiert der Hersteller eine lange Verfügbarkeit seiner spezifisch gefertigten Netzteillösungen. Abkündigungen müssen Kunden nicht befürchten.





