Interview: Irene Knap und Michael Corban, Redaktion elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Welche Möglichkeiten der Daten- und Informationserfassung bieten moderne Geräte wie die Kühlgeräte und Chiller der Serie Blue e+?
Judith Kötzsch: Zu den Messwerten die wir erfassen können, zählen zunächst die Temperaturen innerhalb und außerhalb des Schaltschranks, die Verdampfer- und Verflüssigertemperatur sowie die Messwerte, die eventuell weitere, im Schaltschrank angebrachte Sensoren liefern. Des Weiteren werden statt eines einfachen Betriebsstundenzählers die Laufzeiten des Kompressors sowie des Innen- und Außenlüfters unter Berücksichtung der Drehzahl jeweils getrennt erfasst. Und auch Systemmeldungen, Daten zur Auslastung, Drücke im Kältekreislauf sowie die aktuelle Parametrierung gehören zu den aufgezeichneten Daten.
elektro AUTOMATION: Wie können aus diesen Daten Informationen gewonnen sowie weitergegeben werden und welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für den Anwender?
Kötzsch: Für eine drahtlose Kommunikation sind unsere Klimatisierungslösungen einerseits NFC-fähig. Vor Ort können die Daten dadurch direkt auf ein entsprechendes Mobilgerät übertragen werden. Andererseits bieten wir ein IoT-Interface an, mit dem die Geräte der Baureihe Blue e+ IoT-fähig werden. Auf der Hutschiene oder direkt am Kühlgerät oder Chiller installiert, unterstützt das Interface Protokolle wie OPC UA, Profinet, SNMP, Modbus sowie CANopen. Die Informationen können auf diesen Wegen an übergeordnete Monitoring- oder Energiemanagementsysteme sowie direkt in cloudbasierte Systeme übertragen und für umfangreiche Analysen verwendet werden.
elektro AUTOMATION: Nutzt Rittal solche Systeme auch selbst?
Kötzsch: Natürlich – und um die sich daraus ergebenden Möglichkeiten und Funktionen in den Bereichen Condition Monitoring, Asset Management sowie Predictive Maintenance anschaulich darstellen zu können, haben wir auch je einen Use Case mit der Siemens-Plattform Mindsphere und IBMs Watson IoT praktisch umgesetzt. In Zusammenhang mit Mindsphere wurde bei Rittal eine skalierbare App entwickelt, die beispielsweise für die Instandhaltung verantwortliche Personen unterstützen soll. Dafür übertragen unsere Kühlgeräte ihre Daten über OPC UA an die Mindsphere-Cloud, auf die wir für unsere Applikation zugreifen. Der Nutzer bekommt dann seine Geräte aus der Vogelperspektive im Werk angezeigt – in Verbindung mit einem Ampelsystem, das den Zustand der Geräte ersichtlich macht und die Möglichkeit bietet, für jedes Gerät die detaillierten Betriebszustände abzurufen.





