Dennis Kock, Geschäftsfeldentwicklung Smart Infrastructure bei Welotec in Laer
1. Geplante Instandhaltung sinnvoll nutzen 2. Automatischer Fallback auf 2G? 3. In die Zukunft investieren 4. Kostengünstiger Router für LTE Cat 1
Konkrete Aussagen zu finden, ab wann 3G nicht mehr zur Verfügung steht, ist derzeit nicht ganz einfach. Ein Passus in den AGB der deutschen Telekom besagt: „Die dort aufgeführte Netztechnologie 3G (UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und HSPA (High Speed Packet Access) im Mobilfunknetz der Telekom ist – vorbehaltlich einer Verlängerung – nur bis zum 31.12.2020 verfügbar.“ Einige UMTS-Frequenzen der Telekom laufen 2020 definitiv aus und werden neu vergeben. Vodafone hat angekündigt, UMTS europaweit zwischen 2020 und 2021 abzuschalten. Die Telefonica (O2) hat sich noch nicht geäußert. 2100 MHz wird gerade bei der Telekom intensiv für eine LTE-Nutzung getestet, denn LTE wird neben dem 5G-Netz weiterhin verfügbar sein und dieses ergänzen.
Geplante Instandhaltung sinnvoll nutzen
Auch wenn es bei den Anbietern noch keine finale Aussage gibt, sollte man jetzt über einen Umstieg nachdenken. Denn die Kommunikationsanbieter sind voll damit beschäftigt, die Netze für LTE und 5G weiter auszubauen, sie werden für die Pflege der Infrastruktur von 2G oder 3G wohl kaum noch Aufwand betreiben. Zukunftssicher ist man mit diesen Netzen also nicht. Außerdem befinden sich Anlagenteile, die per Fernwartung überwacht werden, meist an sehr abgelegenen Orten. Läuft die Anlage wie geplant, kommt dort vielleicht im jährlichen Wartungsturnus ein Mitarbeiter vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Oft ist die Anreise weit und damit zeitaufwändig. Müssen in einer solchen Anlage wegen Abkündigungen Komponenten getauscht werden, können die Kosten für Anreise und Austausch der Komponenten die eigentlichen Anschaffungskosten deutlich übersteigen. Ist die Notwendigkeit also absehbar, sollte der Tausch frühzeitig geplant werden, um ihn im Zuge einer ohnehin vorgesehenen Instandhaltung vorzunehmen und damit Kosten zu sparen. Das gilt auch im Zusammenhang mit der Abkündigung von 3G.
Automatischer Fallback auf 2G?
Die Abschaltung betrifft derzeit 3G-Netze, die deutschlandweit ohnehin nie flächendeckend zur Verfügung standen. Unter anderem deshalb sehen die meisten Modems und Router mit UMTS einen automatischen Fallback auf 2G vor. Daher nehmen manche Anwender die bevorstehende Abkündigung entspannt. Jos Zenner, Geschäftsführer von Welotec, warnt jedoch: „Sich auf den automatischen Fallback zu verlassen ist eine trügerische Sicherheit. In zahlreichen Kommunikationsnetzen laufen bereits viele Systeme auf 2G. Kommen durch den Fallback weitere dazu, kann es leicht zur Überlastung einzelner Zellen kommen und die gesamte Kommunikation darunter leiden oder gar komplett ausfallen.“





