Dr. Oliver Kleineberg, Advanced Development Manager bei Belden Electronics GmbH in Neckartenzlingen
1. Herstellerneutrales Ökosystem 2. Unterschiedliche Lösungswege 3. Prototypen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen 4. Geeignete Migrationsstrategien
Seit diesem Zeitpunkt ist klar: An OPC UA und TSN führt in Zukunft kein Weg vorbei. Schließlich repräsentieren alle Teilnehmer zusammen genommen über 80 % des Automatisierungsmarktes. Es handelt sich also um ein ungeheures Versprechen beinahe aller großen Anbieter, in Zukunft auf eine universelle, interoperable Lösung zu setzen – zum Vorteil aller Anwender. Diese erwartet dadurch eine erhöhte Flexibilität bei der Auswahl an Komponenten und der Einsetzbarkeit von Geräten und Softwarelösungen.
Allerdings entstehen genau dadurch unweigerlich Fragen eben dieser Anwender, die heute bereits existierende Produkte einsetzen. Lösungen wie beispielsweise Profinet, Ethernet/IP oder Powerlink realisieren bereits einen Teil der technischen Anforderungen, die von OPC UA FLC zukünftig abgedeckt werden und sind auf breiter Basis im produktiven Einsatz. Jedoch sind diese Lösungen an unterschiedlichen Punkten zueinander inkompatibel, meistens bereits auf der Bitübertragungs- und Sicherungsschicht.
Herstellerneutrales Ökosystem
OPC UA FLC verspricht, diese Inkompatibilität zu beenden und ein universelles, herstellerneutrales Ökosystem zu schaffen, in dem die Geräte unterschiedlicher Hersteller auf noch höherem Leistungsniveau miteinander kommunizieren können. Die Frage, die sich dadurch stellt, ist: Wie gestaltet sich der Weg der Anwender, heraus aus einem zwar funktionierenden, aber abgeschotteten Ökosystem hinein in die offene, leistungsfähigere Kommunikationswelt der Zukunft? Insbesondere die heute erfolgreichen Ökosysteme wie beispielsweise Profinet, Etherct oder Ethernet/IP müssen die Vorteile der neuen Lösung aufzeigen, Vorbehalte und Ängste der Benutzer überwinden und die richtigen Werkzeuge anbieten, um diesen Wechsel zu ermöglichen. Um die berechtigten Vorbehalte der Benutzer aufzulösen, ist eine solide technische Migrationslösung unabdingbar, denn nur in wenigen Fällen wird eine Anlage „auf der grünen Wiese“ vollständig neu aufgebaut. Dies bedeutet, dass Automatisierungskomponenten aus der „alten“ und der „neuen“ Welt miteinander kommunizieren müssen. Die Hersteller müssen hierzu zwei Herausforderungen meistern:
Unterschiedliche Lösungswege
Die Lösung der ersten Herausforderung kann unterschiedlich komplex ausfallen, da unterschiedliche Lösungswege existieren. Die zwei üblichen Lösungsbeispiele sind die des Applikationsgateways und der universellen Steuerung:





