Aurelius Wosylus ist Chief Sales Officer von Sigfox Germany in Grasbrunn
Derzeit stark nachgefragt wird Sigfox beispielsweise in Logistikprozessen für modernes Echtzeit-Tracking von Lieferungen durch Versender – also auch den OEM im Maschinen- und Anlagenbau. Das Sigfox-Netz, das sich derzeit in der Transportlogistikbranche für die Echtzeit-Ortung und Übertragung der Zustandsdaten von Ladungsträgern, Paletten und Gebinden verbreitet und bis zum Erreichen eines Geofencing-Bereichs bei der automatischen Warenannahme reicht, wird dank zunehmender Netzverdichtung nun auch in den Fabriken an Bedeutung gewinnen. Was sind aber die wichtigsten Anwendungsfelder dieses Netzes in der Fabrik?
Nicht alle Unternehmen benötigen für ihre IoT- und Industrie-4.0-Konzepte das Leistungs- und Energiebudget teurer 3G/4G/5G-Funktechnologien. Hier setzt das global und ganz ohne Roamingkosten verfügbare, sich kontinuierlich weiter entwickelte 0G-Netz von Sigfox an: Im Unterschied zu den bekannten Mobilfunkstandards, die für zunehmend hohen Datendurchsatz konzipiert wurden, ist Sigfox für IoT-Devices ausgelegt, die täglich nur bis zu 140 Nachrichten a 12 Byte in Richtung Cloud übertragen sollen und vier Rückantworten für Stellbefehle, Parametrierungen, Inbetriebnahmen und Funktionsfreischaltungen empfangen. Das – zusammen mit der handshakelosen Übertragung der Daten an die Basisstationen – macht die Nutzung des Netzes nicht nur kostengünstig, sondern auch äußerst energieeffizient. Batteriebetriebene Sigfox-Devices können nicht nur über Tage und Wochen, sondern über Jahre hinweg wartungsfrei betrieben werden.
Weitere Kostensenkungsfaktoren gegenüber den 3G/4G/5G-Netzen sind die geringen Funkmodulkosten von rund 2 Euro, der Entfall von SIM-Karten, was den administrativen Aufwand beim Device-Management reduziert, sowie die Nutzung der weltweit lizenzfreien Funkbänder zwischen 862 und 928 MHz, für die weder der Netzbetreiber noch Lösungsanbieter und Anwender bezahlen müssen. Klassische Mobilfunknetzbetreiber müssen hingegen die Kosten ihrer Lizenzen auf den Anwender umlegen. Benötigt wird deren höhere Bandbreite jedoch vielfach nicht. Mit 12 Byte kann man nämlich 256 hoch 12 unterschiedliche Werte darstellen. Mit dieser enormen Informationsvielfalt sollte sich wirklich jeder Systemzustand hinreichend präzise beschreiben lassen. Selbst komplexe globale GPS-Koordinaten brauchen nur rund 6 Byte, sodass man die überwachten Gegenstände bei Bedarf auch noch real anhand ihrer Geodaten anstelle offline über Seriennummer und Lieferortlisten lokalisieren kann.
Kleine Daten – großer Nutzen
Schnell lässt sich errechnen, wie groß der Nutzen für das Erfassen und Übertragen von Statusinformationen und allgemeinen Betriebsdaten bis hin zu Alarm- oder Fehlermeldungen bei vergleichsweise geringen Kosten für das Management von Maschinen und Anlagen ist. Zudem lassen sich Fabriken auch mit kleinem Budget zügig digitalisieren. So werden beispielsweise weder Strom- noch Datenkabel für batteriebetriebene Sensoren benötigt. Selbst bei kleinen Datenmengen sind die Möglichkeiten mannigfaltig: Maschinen- und Anlagenmonitoring für vorausschauende Wartungskonzepte mit adaptiver Sensorik ist nur ein Beispiel für den Einsatz des Sigfox-Netzes in der industriellen Fertigung. Eingebettete Lösungen mit integriertem Monitoringkanal via Sigfox werden folgen. OEM im Maschinen- und Anlagenbau können durch die kostengünstige Cloud-anbindung via Sigfox-0G-Netz sogar neue Geschäftsmodelle für ihre Geräte, Maschinen und Anlagen entwickeln und dies teils mit extrem geringem Aufwand.





