Christian Knoop ist Produktmanager Cloud Solutions bei Turck GmbH in Mülheim
Inhaltsverzeichnis 1. Sicherheitsaspekt und Kostengründe 2. Vorverarbeitung in der Edge, Smart Data in der Cloud 3. Ein Gerät spart Programmierung und Montage 4. Controller und Device in einem Gerät 5. Cloud Connectivity aus einer Hand 6. Applikationen
In der industriellen Automatisierung muss man den Nutzen von Cloud-Diensten nur noch selten erklären. Potentielle Anwender überlegen sich jedoch genau, welche Daten sie in eine Cloud übertragen. Big-Data-Lösungen, die alle verfügbaren Daten einer Industrieanlage in eine Cloud übertragen, sind für viele Industrieanwender zu riskant, denn aus diesen Daten können Rückschlüsse auf Produktionsmengen, Produktionsverfahren, Rezepturen und andere betriebliche Geheimnisse gezogen werden. Trotz Verschlüsselung und Firewalls ist es nachvollziehbar, dass Know-how-lastige Unternehmen diese Daten nur ungern auf Servern außerhalb des eigenen Betriebsgeländes speichern wollen. Zumal die Daten, wenn Sie auf US-amerikanischen oder chinesischen Servern liegen, nicht durch die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geschützt sind.
Sicherheitsaspekt und Kostengründe
Ein weiterer Grund, der Nutzer zur Datensparsamkeit bewegt, sind die Netzwerkressourcen. In vielen Applikationen erfolgt die Datenübertragung über Mobilfunk-Netze, weil IT-Verantwortliche externe Maschinen mit Cloud-Connectivity erst gar nicht in ihr Netzwerk integrieren wollen, um Risiken zu minimieren. Bei diesen mobilfunkbasierten Applikationen ist es aus Kostengründen ratsam, nur ausgewählte Daten in die Cloud zu übertragen.
Ein weiterer Grund, der Nutzer daran hindert, die wichtigsten Daten in einer Cloud auszulagern, sind schlechte Internetverbindungen. Das ist nicht nur in Schwellen- oder Entwicklungsländern der Fall; auch in Deutschland gibt es in einigen Landstrichen keine angemessenen Bandbreiten. Wenn diese Daten für die Produktion oder andere innerbetrieblichen Prozesse zentral sind, speichert man sie lieber auf Servern im eigenen Unternehmen, die permanent zuverlässig erreichbar sind.
Vorverarbeitung in der Edge, Smart Data in der Cloud
Die Alternative zur Big-Data-Strategie sind Smart-Data-Lösungen. Daten sollen in der Fabrik gefiltert und analysiert werden, um nur relevante Daten und Ergebnisse in die Cloud zu schicken. Diese Vorverarbeitung von Daten wird gemeinhin als Edge Computing bezeichnet. Der klassische Weg zu Smart Data ist die Vorverarbeitung in geeigneten Steuerungen und die folgende Weitergabe der Daten an ein Edge-Gateway, das die Cloud-Connectivity herstellt. Der Programmierer muss dazu an den Schnittstellen zwischen SPS und Edge-Gateway konfigurieren, welche Variablen der Steuerung ans Gateway geschickt werden, und wie dieses den Empfang der Daten und gegebenenfalls die Weiterleitung an eine Cloud umsetzen soll. Dieser Schritt entfällt in einer integrierten Lösung, wie sie Turck anbietet: Die IP67-SPS mit integrierter Cloud-Anbindung machte separate Edge-Gateways überflüssig.





