Anja Moldehn, Corporate Marketing, Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg
1. Einheitliche Schnittstellen 2. Nachträgliche Erweiterung um eine automatisierte Steckverbinder-Fertigung 3. Automatische Bereitstellung der relevanten Daten
Die Herstellung von I/O-Modulen der Produktfamilie Axioline verdeutlicht, wie sich eine langfristig ökonomische Produktion umsetzen lässt. Für den Maschinenbau erweist sich das Portfolio insofern als Herausforderung, als dass viele unterschiedliche Geometrien in Losgröße eins vollautomatisch gefertigt werden. Als Lösung bietet sich eine modulare Produktionsanlage an, die eine freie Kombination der einzelnen Fertigungsschritte erlaubt. Ein im Unternehmen entwickeltes Leitsystem steuert den Prozess.
Derzeit werden mehr als 100 verschiedene I/O-Module in der Anlage hergestellt. Um eine solche Flexibilität zu ermöglichen, fahren die zu produzierenden Komponenten auf Bauteilträgern in einem Umlaufsystem durch die gesamte Anlage. Im ersten Fertigungsschritt wird der Bauteilträger mit dem Produkttyp verbunden. Über einen RFID-Chip lässt er sich nun eindeutig dem Produkt zuordnen. Außerdem erkennt das übergeordnete Leitsystem den Bearbeitungszustand des jeweiligen I/O-Moduls. An jeder Arbeitsstation geschieht der Zugriff auf die Daten via RFID. Auf diese Weise erhält die Station die Information, wie das einzelne Produkt zu bearbeiten ist. Nachdem sie die erforderlichen Tätigkeiten ausgeführt hat, ergänzt die Station die vorhandenen Daten um die erfolgten Prozessschritte. Wird das Modul beispielsweise an einem Handarbeitsplatz aus dem Umlaufsystem ausgeschleust, öffnet sich für den Bediener am PC die zugehörige Arbeitsanweisung. Hat er diese erledigt, fährt das Modul wieder in den Umlauf. Die aktualisierten Informationen werden von der nachfolgenden Arbeitsstation geprüft. So produziert die Fertigungsanlage selbständig und zuverlässig.
Einheitliche Schnittstellen
Bei der Realisierung der Axioline-Anlage strebte der unternehmenseigene Maschinenbau neben der automatisierten Herstellung von I/O-Modulen in Losgröße eins eine hohe Zukunftssicherheit an. Denn die Digitalisierung, Industrie 4.0 sowie die Entwicklung neuer Technologien werden die Fertigung durch bisher unabsehbare Möglichkeiten verändern. Deshalb bedarf es einer hohen Flexibilität, damit sich die modulare Produktion an neue Gegebenheiten anpassen lässt. Vor diesem Hintergrund lassen sich alle Arbeitsplätze, Montagemaschinen und Prüfzellen an das Axioline-Fertigungssystem ankoppeln. Die unterschiedlichen Produktionsressourcen – wie Handarbeitsplätze oder vollautomatische Beschriftungszellen – können über einheitliche elektrische und elektropneumatische Schnittstellen zusammengeschlossen werden. Die Grundabläufe jeder Bearbeitungsstation werden eigenständig gesteuert und in das gesamte Fertigungskonzept integriert. Auf diese Weise lassen sich die Anlagenteile durch Einbinden und Freigeben im Ablaufeditor des Leitsystems per Plug & Work an das Umlaufsystem andocken.





