In energieintensiven Produktionsbetrieben zählen Lastspitzen zu den wesentlichen Kostentreibern im Strombereich. Überschreitet ein Betrieb in einem definierten Messintervall einen bestimmten Leistungswert, schlägt sich das direkt im Leistungspreis der Stromrechnung nieder – unabhängig davon, wie kurz diese Spitze andauerte. Das gezielte Kappen dieser Peaks, bekannt als Peak Shaving, ist daher ein zentraler Hebel zur Senkung der Energiebezugskosten.
Die MANN Firmengruppe aus Langenbach im Westerwald, die seit über 25 Jahren grüne Energie aus regionalen Quellen wie Windkraft, Biomasse und Holzpellets bereitstellt, hat diesen Hebel nun für ihre eigene Produktion genutzt. Die Tochterfirma Westerwälder Holzpellets betreibt energieintensive Anlagen: Allein der Hacker zum maschinellen Zerkleinern ganzer Baumstämme zieht eine elektrische Leistung von bis zu 320 kW. Weitere Verbraucher wie Pelletpressen und Schredder für das firmeneigene Biomasse-Kraftwerk addieren sich zu einem erheblichen Gesamtbedarf.
Technische Grundlage für das Lastspitzenmanagement sind Energy-Meter-Module des Nürnberger Automatisierungsspezialisten Helmholz. Diese Module erfassen kontinuierlich die elektrische Leistungsaufnahme der relevanten Anlagenteile. In Kombination mit einer Monitoring-Software lassen sich die erfassten Messdaten auswerten und transparent darstellen. Erst diese Datenbasis erlaubt es, Lastspitzen systematisch zu identifizieren und durch eine gezielte Steuerung des Anlagenbetriebs – etwa durch zeitliche Staffelung von Anlaufvorgängen oder das Verschieben nicht zeitkritischer Prozesse – zu vermeiden.
Aus steuerungstechnischer Sicht ist der Ansatz klar strukturiert: Die Messwerterfassung erfolgt auf Feldebene, die Auswertung auf Softwareebene. Eine solche Architektur lässt sich grundsätzlich in bestehende Anlagenumgebungen integrieren, ohne tiefgreifende Eingriffe in die Prozesstechnik vornehmen zu müssen. Helmholz positioniert seine Energy-Meter-Module als Retrofit-fähige Lösung, die sich an vorhandene Infrastruktur anbinden lässt.
Der Anwendungsfall bei MANN illustriert, dass Energieeffizienz in der Fertigung nicht zwingend mit Prozessveränderungen oder Investitionen in neue Maschinen verbunden sein muss. Transparenz über den tatsächlichen Lastgang ist oft der erste und entscheidende Schritt. Wer weiß, wann welche Anlage wie viel Leistung zieht, kann gezielt eingreifen – und damit sowohl Kosten senken als auch netzseitige Belastungen reduzieren. Für Betriebe mit schwankenden Lasten, wie sie in der Lebensmittel-, Holz- oder Kunststoffverarbeitung typisch sind, bietet das Peak-Shaving-Konzept damit ein praxistaugliches Instrument zur Optimierung des Eigenverbrauchs.
Quelle: Helmholz Presse – https://www.helmholz.de/service-support/aktuelles/success-stories/mit-peak-shaving-zur-energiewende/





