Tim Kindermann, Produktmanager Datensteckverbinder, Business Unit Field Device Connectors, bei Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg
1. Hohe Nachfrage nach RJ45 2. Große Toleranzbereiche 3. Optimiertes Kontakt-Design 4. Schirmkontakte erhöhen Zuverlässigkeit 5. LED-Anzeigen für zusätzlichen Komfort 6. Weiteres Potenzial
Wohl kaum ein Steckverbinder ist weltweit so synonym für sein Aufgabengebiet wie der RJ45 – und wird weltweit so häufig falsch bezeichnet. Denn tatsächlich sind die heute bekannten Ethernet-Schnittstellen zwar ebenfalls modulare Steckverbinder mit einer maximalen Anzahl von acht Pins, die alle mit Kontakten ausgestattet sind (8P8C = 8 pins, 8 contacts). Mit der in den 1970er Jahren von der Federal Communication Commission (FCC) in den USA registrierten Telefon-Schnittstelle RJ45S (RJ = registered jack) haben die heutigen Steckverbinder aber weder die Pin-Belegung noch den Isolierkörper gemeinsam. Die heutigen Steckverbinder kommen in nahezu allen Netzwerkgeräten zum Einsatz. Vom DSL-Router über den Smart-TV bis hin zur Heizungssteuerung werden Ethernet-fähige Geräte seit Jahrzehnten mit dieser kompakten Datenschnittstelle ausgestattet.
Gründe für die weite Verbreitung sind unter anderen die weltweite Verfügbarkeit, die hohe Variantenvielfalt und das niedrige Preisniveau der Geräte- und Kabelsteckverbinder. Immer neue Anwendungsbereiche mit steigenden Datenübertragungsraten, Frequenzen und Sicherheitsanforderungen bringen den RJ45-Steckverbinder jedoch an die Grenzen seiner mechanischen und übertragungsphysikalischen Möglichkeiten. Wie kann also die Datenschnittstelle industrietauglich ertüchtigt werden, ohne dabei die Normvorgaben zu verletzen? Die Antwort liegt in der richtigen Kombination aus Kabel- und Gerätesteckverbinder.
Hohe Nachfrage nach RJ45
In der industriellen Kommunikation wächst der Anteil Ethernet-basierter Kommunikationssysteme, die Feldbusse ablösen, rasant. Laut einer Studie von HMS Networks liegt der Marktanteil von Industrial Ethernet-Systemen 2019 bei 59 % – mit einem jährlichen Wachstum von 20 %. Mit der Anzahl an Kommunikationsteilnehmern wächst selbstverständlich auch die Anzahl notwendiger Datenschnittstellen. Die Nachfrage nach industrietauglichen RJ45-Steckverbindern ist daher enorm. Mittlerweile gibt es vor allem die RJ45-Buchsen zur direkten Montage auf die Leiterplatte in unzähligen Ausführungen. So folgten auf die zunächst ungeschirmten Varianten schnell und vollumfänglich geschirmte Steckverbindungen mit goldbeschichteten Kontakten, die den Anforderungen des industriellen Umfelds genügen sollten.
Große Toleranzbereiche
Allerdings gibt es immer wieder Kompatibilitätsprobleme zwischen RJ45-Steckverbindern und -Buchsen unterschiedlicher Hersteller. In Anwendungen mit hoher mechanischer Belastung oder mit starken Vibrationen führen unterschiedliche Federkontakttypen und Anordnungsvarianten innerhalb der Buchsen oftmals zu Kontaktierungsfehlern, sodass die stabile Ethernet-Kommunikation der Feldgeräte nicht mehr möglich ist.





