Phoenix Contact erweitert sein Portfolio im Bereich Ethernet Advanced Physical Layer (APL) um zwei neue Managed-Switch-Varianten mit jeweils zwölf Ports. Die Geräte richten sich an Anwender in der Prozessautomation, die eine skalierbare und zertifizierte Netzwerkinfrastruktur für explosionsgefährdete Bereiche benötigen. Dies geht aus einer Mitteilung des Blomberger Unternehmens hervor.
Ethernet-APL ist eine auf dem IEEE-802.3cg-Standard basierende Zwei-Draht-Ethernet-Technologie, die speziell für die Anforderungen der Prozessindustrie entwickelt wurde. Sie ermöglicht Datenübertragungsraten von 10 Mbit/s über bestehende Zweidrahtleitungen und erlaubt gleichzeitig die Spannungsversorgung der Feldgeräte über dieselbe Leitung – ein zentrales Kriterium für den wirtschaftlichen Retrofit in Bestandsanlagen. Die Technologie wird von einem breiten Industriekonsortium getragen, zu dem neben Phoenix Contact auch Anbieter wie Endress+Hauser, Pepperl+Fuchs und Yokogawa gehören.
Die neuen Switch-Varianten ergänzen das bestehende APL-Angebot von Phoenix Contact um eine kompaktere Bauform, die nach Unternehmensangaben speziell auf platzbeschränkte Schaltschrankinstallationen ausgelegt ist. Mit zwölf Ports bieten die Geräte mehr Anschlusspunkte als bisherige Einstiegsvarianten und adressieren damit mittlere Ausbaustufen in der Feldnetzwerkarchitektur. Das Managed-Switch-Design erlaubt zudem erweiterte Netzwerkmanagementfunktionen wie VLAN-Segmentierung, Redundanzprotokolle und Diagnosefähigkeiten – Eigenschaften, die im Kontext von Industrie-4.0-Architekturen und durchgängiger Prozessdatenkommunikation bis in die Leitebene zunehmend gefordert werden.
Ein wesentlicher Marktaspekt ist die Verfügbarkeit weltweiter Zulassungen. In der Prozessindustrie, insbesondere in der Chemie, Öl- und Gasförderung sowie der Pharmafertigung, sind internationale Zertifizierungen wie ATEX, IECEx oder NEC/CEC für nordamerikanische Märkte ein zentrales Beschaffungskriterium. Die Abdeckung dieser Anforderungen durch ein einziges Gerät reduziert den engineering-seitigen Aufwand bei global aufgestellten Anlagenbetreibern erheblich.
Marktanalytisch fügt sich die Produkterweiterung in einen breiteren Migrationstrend ein: Die Prozessindustrie bewegt sich schrittweise von feldbusspezifischen Kommunikationslösungen wie PROFIBUS PA oder FOUNDATION Fieldbus hin zu Ethernet-basierten Architekturen. Ethernet-APL gilt dabei als Schlüsseltechnologie, weil sie den Übergang ermöglicht, ohne die physikalischen Installationen grundlegend erneuern zu müssen. Laut Einschätzungen von Marktbeobachtern dürfte die installierte Basis an APL-fähigen Feldgeräten und der zugehörigen Netzwerkinfrastruktur in den kommenden Jahren signifikant wachsen, getrieben durch Retrofitprojekte und Neuanlagen, die auf durchgängige digitale Kommunikation ausgelegt werden.
Für Phoenix Contact bedeutet die Portfolioerweiterung eine Stärkung der eigenen Position in einem Segment, in dem das Unternehmen bereits mit frühen APL-Switch-Generationen präsent ist. Der Wettbewerb im APL-Infrastrukturbereich umfasst unter anderem Anbieter wie Pepperl+Fuchs und R. STAHL, die ebenfalls APL-Feldbarrieren und -Switches anbieten. Die Verfügbarkeit kompakter, mehrfach zertifizierter Managed-Switch-Lösungen dürfte insbesondere für EPCs (Engineering, Procurement and Construction) und Systemintegratoren relevant sein, die standardisierte Komponenten für unterschiedliche regionale Märkte beschaffen.
Quelle: Phoenix Contact – https://www.pressebox.de/pressemitteilung/phoenix-contact-gmbh-co-kg/neue-variante-des-ethernet-apl-switches-mit-zwlf-ports-kompakte-bauform-weltweite-zulassungen/boxid/1302046





