Fabian Peper und Marc Plückebaum, Produktmarketing Industrial Field Connectivity, , Blomberg
Die bewährte M12-Schraubverrieglung hat einen großen Nachteil: der hohe Zeitaufwand für das korrekte Verschrauben. Zur Optimierung entstanden in den letzten Jahren verschiedene Ansätze, um die Verriegelung durch sogenannte Schnellkuppeltechniken zu ersetzen oder mit dem M12-Gewinde zu kombinieren. Dabei blieb es jedoch immer bei proprietären Lösungen, die sich letztlich nicht als Marktstandard etablieren konnten. Die IEC 61076-2-010 schafft eine weltweite Akzeptanz durch eine harmonisierte normative Einbindung für das M12-Push-Pull-System. Sie ermöglicht es, zukünftig Automatisierungskomponenten mit einem durchgängigen standardisierten Push-Pull-Anschluss auf Basis von M12 zu verbinden.
Die Vorteile von M12-Push-Pull
Vergleicht man die M12-Push-Pull-Schnellveriegelung mit einem konventionellen M12-Steckverbinder mit Standardgewinde, bietet M12-Push-Pull eine deutliche Zeitersparnis bei der Installation. Durch das einfache Stecken der Verbindung spart der Anwender bis zu 80 % Installationszeit – und damit auch deutliche Kosten. Durch die verbesserte Handhabung der M12-Push-Pull-Schnellverriegelung kann auch das Geräte-Layout kompakter werden. Zum einen ist weniger Platz zwischen einzelnen Geräte-Ports erforderlich, zum anderen können die Geräte-Ports wahlweise vollständig versenkt ins Gerät integriert werden. Beide Eigenschaften folgen dem Trend der Miniaturisierung.
Einfaches Design-in dank durchgängiger Systemtopologie
Neben der Standardisierung ist vor allen Dingen eine durchgängige Systemtopologie erforderlich. Neben den Geräte-Ports mit Duo-Kontur benötigt der Endanwender auch umspritzte M12-Push-Pull-Leitungen, Steckverbinder zur Selbstkonfektionierung sowie Verteilungssysteme, um eine durchgängige Verdrahtung nach seinen Ansprüchen umzusetzen. Die Idee bei der Weiterentwicklung des M12 ist, dass das bewährte M12-Vollgewinde erhalten bleibt. Der Push-Pull-Mechanismus sitzt einfach davor, was den Umstieg auf Push-Pull erheblich vereinfacht.
Insbesondere die Design-in-Eigenschaften der Gerätesteckverbinder verdeutlichen die Vorteile der Push-Pull-Technik. Im Gerät ändert sich nichts – die geringe Modifikation für die Push-Pull-Technik erfolgt nur im Bereich des M12-Gewindes. Die Funktionalität der Geräte wird ohne Zusatzaufwand erweitert. Das bietet dem Endanwender die Wahlfreiheit, die Feldverkabelung entweder mit herkömmlicher M12- oder mit Push-Pull-Schnellverriegelung umzusetzen. Bei den geschirmten Leitungen erhält nicht nur die neue Schnellverriegelung Push-Pull Einzug, sondern wird auch durch die Advanced Shielding Technology sinnvoll ergänzt.





