elektro AUTOMATION: Herr Fritsch und Herr Wenzel, was zeichnet R. Stahl als Anbieter von Systemlösungen für die Prozessautomation im Ex-Bereich aus?
Jürgen Wenzel (R. Stahl): Zunächst einmal haben wir mehr als 90 Jahre Ex-Schutz-Expertise, was die Voraussetzungen, Entwicklung, Umsetzung und spezifischen Industrieanforderungen betrifft. Viele Systemlieferanten unterschätzen den Aufwand für die Entwicklung, das Engineering und die laufende Produktpflege im anspruchsvollen Ex-Bereich. Unsere kompetenten Vertriebs- und Applikationsingenieure unterstützen Kunden von der Beratung über die Ausarbeitung der optimalen Lösung bis hin zur Inbetriebnahme. Und auch danach steht unser Kundendienst den Anwendern jederzeit beratend zur Seite. Wir verstehen uns als Partner mit Schwerpunkt Explosionsschutz und arbeiten Hand in Hand mit Ingenieurbüros und Planungsunternehmen, die komplette Projekte abwickeln.
André Fritsch (R. Stahl): Für Anwender kommt es darauf an, explosionsgeschützte Systeme ohne großen Mehraufwand installieren und einsetzen zu können. Deshalb ist es unser Anspruch, Lösungen zu konzipieren, die in Funktion, Montage, Handhabung und Wartung nicht wesentlich komplexer aufgebaut sind als vergleichbare Systeme für den Nicht-Ex-Bereich. Das erreichen wir im Wesentlichem mit drei Methoden: durch Ex-geschützte Gehäusekapselung und Anschlusstechniken, Ex-geschützte Produktreihen wie unser Remote I/O für Zone 1 und 2 sowie energiebegrenzte Signale und Schnittstellen.
Hierfür bieten wir ein umfassendes Portfolio weltweit zertifizierter Produkte, das von der einzelnen Komponente über die Signal- und Datenübertragung bis zur Visualisierung, Bedien- und Kameratechnik reicht. Damit können wir die komplexen Aufgabenstellungen in der Prozessautomation abdecken und maßgeschneiderte Lösungen anbieten, mit denen der Kunde seine Prozessdaten für die Anlagensteuerung aus dem Ex-Bereich ins Leitsystem übertragen, die Prozesse über HMIs im Feld steuern und visualisieren sowie kameratechnisch überwachen kann.
elektro AUTOMATION: Was bedeutet das für die Technologie- und Produktentwicklung?
Wenzel: Bei Produktentwicklung und Systemaufbau verfolgen wir einen konsequent modularen Ansatz. Daher können wir die Komponenten variabel so kombinieren, wie es dem konkreten Einsatzzweck des Kunden am besten entspricht. Der Explosionsschutz sollte die Funktionalität so wenig wie möglich einschränken. Das setzt eine umfassende Beherrschung aller Zündschutzarten voraus. Wir müssen weder uns noch unsere Kunden bei der Konstruktion auf ein oder zwei bestimmte Zündschutzarten einschränken, sondern führen die Systeme in den für ihre Anwendung geeignetsten Schutzarten aus.





