Seit mehr als 30 Jahren bietet R. Stahl Remote-I/O-Lösungen für explosionsgefährdete Bereiche. Obwohl sich die aktuelle System-Generation IS1+ gegenüber ihren Vorgängern durch zahlreiche Innovationen auszeichnet, besteht ihr zentraler Vorteil in einem langjährig bewährten, auf offenen Systemschnittstellen basierenden Grundkonzept. Es gestattet den Betrieb der Geräte mit nahezu jedem Automatisierungssystem, bietet umfangreiche Diagnosefunktionen mit hohem Mehrwert für Plant-Asset-Management-Anwendungen und ermöglicht über eine Service-Bus-Schnittstelle die parallele Übertragung von Diagnosedaten und Hart-Informationen angeschlossener Feldgeräte. Speziell mit dem Service-Bus und der vollständigen Transparenz für das Hart-Protokoll empfiehlt sich das Remote-I/O-System IS1+ für moderne Anlagenkonzepte im Sinne der Namur Open Architecture.
Zweiter Kanal für parallele Datenkommunikation
Der Service-Bus, im Umfeld der NOA auch als zweiter Kanal bezeichnet, ist keine neue Erfindung. Schon die ersten Remote-I/O-Systeme, die R. Stahl bereits in den achtziger Jahren entwickelt hatte, verfügten über eine eigene Diagnose- und Konfigurationsschnittstelle bis in die Zone 1. Bei IS1+ wurde diese zunächst für die Gerätekonfiguration über Modbus RTU genutzt oder diente in Profibus-DP-Umgebungen als separater Zugang für erweiterte Diagnostik und Hart-Informationen. Seit 2003 lassen sich das Remote-I/O-System und angeschlossene Hart-Feldgeräte mittels DTM-Treibern wahlweise über den Service-Bus oder den Prozess-Bus in Field-Device-Tool-Applikationen (FDT) des Plant Asset Managements (PAM) einbinden. Während bei Profibus DP der zweite Kanal vorwiegend als separates physikalisches Netzwerk realisiert wird, da das Tunneln eines zusätzlichen Protokolls bei diesem Feldbus relativ aufwändig ist und von Automatisierungssystemen nur bedingt unterstützt wird, eröffnete die Ethernet-Ausstattung von IS1+ die Möglichkeit, Profinet-, Ethernet/IP- oder Modbus-TCP-Netzwerke mit integriertem Service-Bus bis in die Zone 1 auszudehnen.
IP-Kommunikation bis in Ex-Bereiche
Das 100-MBit/s-Ethernet ermöglicht der IP-Kommunikation den Weg bis in explosionsgefährdete Bereiche der Feldebene und kombiniert Prozess-Bus und Service-Bus effektiv miteinander. Durch den integrierten Webserver eröffnen sich interessante neue Use Cases für den Remote-Zugriff. So vereinfachte der IP-basierte Datenverkehr nicht nur bei Inbetriebnahmen Remote Loop Checks bis zur Feldgeräteebene, ohne dass Personal im Feld anwesend sein musste – auch Firmware-Updates am anderen Ende der Welt ließen sich unter entsprechenden Security-Vorkehrungen von nun an per Internet durchführen. Weitere Möglichkeiten bestehen im Auslesen von Versionsständen, in der Kontrolle des korrekten Anschlusses von Hart-Geräten auch ohne Leit- oder PAM-System oder im Vergleich von Soll-/Ist-Bestückung der IS1+ Systeme. Insbesondere im Kontext von NOA-Aktivitäten und -Strukturen schufen zuletzt die neuesten, mehrsprachigen CPUs (Communication Processing Units) von IS1+ eine Basis für eine ganze Reihe vielversprechender Optionen.





