Dr. Jörg Lantzsch, Fachjournalist, für Schubert System Elektronik, Neuhausen ob Eck
Moderne Bedienkonzepte an der Mensch-Maschine-Schnittstelle sind auch bei Werkzeugmaschinen heute unabdingbar. Anwender erwarten eine benutzerfreundliche, moderne Bedienung, wie sie auch in anderen Bereichen – etwa bei Mobiltelefonen, Tablets oder Navigationssystemen – längst üblich sind. Touchbedienung, große Bildschirme mit hoher Auflösung und neuer Menüführung führen zur Begeisterung des Bedieners. Auch in Hinblick auf Produktivität und fehlerfreie Bedienung sind Bedienkonzepte mit einer hohen Benutzerfreundlichkeit enorm wichtig. Nicht zuletzt bieten moderne Bedienkonzepte mit qualitativ hochwertiger Technik dem Maschinenbauer eine Möglichkeit zur Differenzierung im Marktumfeld.
Spezialist für spanende Metallbearbeitung
Einer der führenden Hersteller von modernen CNC-Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen für die spanende Bearbeitung ist die Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH in Nürtingen. Mit der Entwicklung der Baureihe HF komplettiert der Maschinenbauer das bestehende Maschinenprogramm im Segment der Bearbeitungszentren. Die neue Maschinenreihe ermöglicht hohe Produktivität und universellen Einsatz bei mittleren und höheren Losgrößen. Zielgruppen für dieses Maschinenkonzept sind vor allem Automobil-Zulieferer und der allgemeine Maschinenbau. Die Bearbeitungszentren sind mit der fünften Achse im Werkstück sowohl für eine dynamische 5-Seiten-Bearbeitung als auch für die simultane 5-Achs-Bearbeitung ausgelegt. Die horizontale Spindel – ein bewährtes Prinzip aus bestehenden Baureihen von Heller – sorgt in der neuen HF-Baureihe unter anderem für schnelle Werkzeugwechsel.
Neue Touch-Bedienpanels
Mit der neuen HF-Baureihe präsentiert Heller erstmals auch sein Heller Operation Interface. Das 24-Zoll-Bedienpanel im 16:9-Format mit Schnell-Zugriffstechnik in der Steuerung soll den Bediener optimal bei seiner Arbeit unterstützen. Auf den neuen Bedienpanels lassen sich Erweiterungsanwendungen – so genannte Xtends – installieren. Der große Bildschirm kann mehrere Fenster gleichzeitig darstellen. Die gewohnte NC-Oberfläche kann identisch übernommen werden. Der Bildschirm bietet daneben aber noch ausreichend Platz beispielsweise für die Bedienoberfläche, die optional erhältliche Arbeitsraumkamera sowie für viele weitere Applikationen. Wenn die Bedienoberfläche der CNC-Steuerung und das Kamerabild gleichzeitig eingeblendet werden, erleichtert dies dem Bediener zum Beispiel den Einrichteprozess. Auch andere Programme kann der Anwender in den Bedienpanels integrieren; so lassen sich etwa Anbindungen an ein ERP-System wie SAP darüber realisieren. Weitere Beispiele sind Dateiverwaltung, Datenbanken oder Werkzeugverwaltung. Über die Touch-Funktionalität sind außerdem anwendungsspezifische Softkeyboards möglich. Der Bediener hat durch diese Technologie mehr Funktionalität, ohne dass ein umständliches Umschalten zwischen verschiedenen Fenstern notwendig ist. Das Bedienkonzept unterstützt zudem die Umsetzung von Industrie-4.0-Konzepten, da eine Durchgängigkeit von der Maschine bis zur Unternehmensleitebene hergestellt werden kann. Papierlose Fertigung, Remote-Zugriff auf die Maschine und eine Fernwartung sind nur einige der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.





