Andreas Matthé, CEO Electrical Products, Siemens Smart Infrastructure in München
Inhaltsverzeichnis 1. Kostenfaktor Elektroplanung 2. Mehr Effizienz durch Digitalisierung 3. Wissen „as a Service“
Nachgefragt werden zunehmend smarte Elektrifizierungslösungen, die beispielsweise in der Lage sind, auch Zustands- und Energiedaten zu erfassen, Daten auszutauschen und sich in IoT-Umgebungen zu integrieren. Hinzu kommen strengere Vorgaben in puncto Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz – sowie nicht zuletzt die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie, die den Kostendruck weiter erhöhen.
Siemens-Vorstand Helmrich betont Verknüpfung von Digitalisierung und Automatisierung
Wie können Schaltschrankbauer diese Herausforderungen meistern? Der Schlüssel wird eine konsequente Digitalisierung der eigenen Arbeitsabläufe sein. Denn um ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken, müssen Schaltschrankbauer ihren Zeitaufwand drastisch reduzieren, um dadurch Kosten zu sparen, und ihren Wertschöpfungsprozess insgesamt schneller, wirtschaftlicher und flexibler gestalten. Und nirgends sind das Digitalisierungs- und somit Optimierungspotenzial so groß wie in der Elektroplanung.
Kostenfaktor Elektroplanung
Fast die Hälfte der Gesamtkosten beim Bau eines Schaltschranks entfällt heute auf Engineering, Design und Dokumentation. Doch während das mechanische Design und die Automatisierung von Maschinen bereits weitgehend softwaregestützt erfolgen, finden in der Elektroplanung viele Tätigkeiten noch manuell statt. Oft bedeutet Digitalisierung nicht mehr als einfache Excel-Tabellen zu nutzen, etwa zur Auswahl der Schutz-, Schalt- und Steuerungskomponenten oder für die Berechnung von Leitungsquerschnitten und Kurzschlussströmen – und dies alles beruhend auf persönlichem Erfahrungswissen oder auf Werten aus vergangenen, ähnlichen Projekten. Entsprechend hoch sind Zeitaufwand und Fehleranfälligkeit – zumal die zunehmende Komplexität im Schaltschrankbau immer mehr Wissen erfordert. Insbesondere steigt der Bedarf an einschlägigem Know-how über branchenspezifische Energieeffizienz- und Kommunikationsstandards, an Automatisierungs- und Digitalisierungskenntnissen sowie an fundiertem Wissen über immer mehr und weltweit unterschiedliche Normen. Dies kann Schaltschrankbauer an ihre Grenzen bringen, vor allem in Zeiten eines anhaltenden Fachkräftemangels und der insgesamt angespannten Wirtschaftslage.
Mehr Effizienz durch Digitalisierung





