Siemens hat am 23. Oktober 2026 offiziell die nächste Generation der Sinamics-G-Umrichterfamilie angekündigt. Die Sinamics-G-Reihe zählt zu den meistverbreiteten Niederspannungs-Frequenzumrichtern im industriellen Umfeld weltweit und deckt Anwendungen von einfacher Pumpan- und Lüftersteuerung bis hin zu anspruchsvolleren Prozessantrieben ab. Ein Generationswechsel in diesem Segment hat entsprechend weitreichende Implikationen für OEMs, Maschinenbauer und Endanwender in der Fertigungsindustrie.
Der Markt für Niederspannungsumrichter ist ein Volumenmarkt mit erheblichem Wettbewerbsdruck. Neben Siemens positionieren sich ABB, Danfoss, Schneider Electric und Yaskawa mit eigenen Baureihen. Produktgenerationswechsel bei etablierten Plattformen wie der Sinamics-G-Familie sind daher nicht nur Produktneuheiten, sondern auch strategische Marktsignale: Sie definieren den technischen Benchmark, an dem sich Wettbewerber messen lassen müssen – insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, funktionale Sicherheit und Digitalkonnektivität.
Aus Marktperspektive sind drei Entwicklungsachsen besonders relevant: Erstens verschärfen die europäischen Ökodesign-Anforderungen (ErP-Richtlinie) sowie die steigenden Energiekosten den Druck auf Effizienzgewinne über den gesamten Antriebsstrang. Umrichter der nächsten Generation müssen hier messbare Verbesserungen gegenüber Vorgängermodellen nachweisen. Zweitens wächst der Bedarf an nahtloser IIoT-Integration: Feldgeräte sollen zunehmend direkt über standardisierte Schnittstellen – etwa OPC UA, PROFINET oder IO-Link – in übergeordnete MES- und Cloud-Systeme eingebunden werden können. Drittens steigen die Safety-Anforderungen im Maschinen- und Anlagenumfeld, was integrierte Sicherheitsfunktionen (STO, SS1, SLS) zur Pflicht statt zur Kür macht.
Für den Maschinenbau als Kernzielgruppe der Sinamics-G-Familie bedeutet ein Plattformwechsel stets auch einen Engineering-Aufwand: Schaltschrankprojektierung, Parametrierung und Inbetriebnahme-Tools müssen angepasst, Schulungen durchgeführt und Ersatzteil-Strategien überarbeitet werden. Siemens wird hier voraussichtlich auf Kontinuität in Formfaktor und Bedienkonzept setzen, um den Migrationsaufwand für Bestandskunden gering zu halten – ein typisches Muster bei großen Plattform-Refreshes im Antriebssegment.
Gesamtwirtschaftlich ist der Timing der Ankündigung bemerkenswert: Der globale Markt für industrielle Antriebssysteme befindet sich in einer Phase struktureller Nachfrageverlagerung. Automatisierungsvorhaben in Branchen wie Lebensmittel & Getränke, Wasser/Abwasser, Intralogistik und HVAC treiben das Volumengeschäft bei General-Purpose-Umrichtern. Gleichzeitig sorgen Reshoring-Initiativen in Europa und Nordamerika für neue Investitionswellen in Fertigungskapazitäten – ein günstiges Umfeld für den Launch eines breit aufgestellten Umrichter-Portfolios.
Für Anwender und Einkäufer in der produzierenden Industrie empfiehlt sich, die technischen Spezifikationen der neuen Generation – insbesondere Wirkungsgrad-Kennwerte, unterstützte Kommunikationsprotokolle und integrierte Sicherheitsfunktionen – im direkten Vergleich mit Wettbewerbsprodukten zu evaluieren. Siemens wird weitere technische Details im Rahmen von Fachveranstaltungen und über den Siemens-Vertriebskanal kommunizieren.
Quelle: Siemens Presse – https://press.siemens.com/global/en/pressrelease/siemens-introduces-next-generation-sinamics-g-drives





