Rainer Rössel, Leiter Geschäftsbereich Chainflex Leitungen, Igus GmbH, Köln
1. Wenn es eng wird: SPE als moderne Datenleitung fürs Feld 2. SPE: kleine Technologie ganz groß 3. SPE-Leitungen bieten hohe Leistung 4. Einpaarig-geschirmte Ethernet-Verkabelung 5. Know-how sinnvoll bündeln: das SPE-Netzwerk 6. Normung macht SPE herstellerübergreifend nutzbar 7. Fazit
Ethernet ist zurzeit das zur Datenübertragung meistgenutzte System. Für den Einsatz in der Feldebene ist es aber nur bedingt geeignet. Die Ursache: die räumlichen Verhältnisse für komplexe Businstallationen und die im Feld vorherrschenden Umgebungsparameter lassen klassische Ethernet-Busse kaum zu. Bisher ist in der Konzeption einer neuen Fertigungslinie, bei Upgrades von Anlagen oder Retrofittings das Manufacturing Execution System (MES) das Zentrum, um die Parameter in der Feldebene zu monitoren und bei Bedarf einzugreifen. SPE als neue End-to-End-Verbindung kann das jetzt ändern und die Industrie einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0 bringen. Mit Single Pair Ethernet (SPE) kann sich ein Ethernet-Bus etablieren, der auf Themen wie Standardisierung oder Komplexität einzahlt und die Industrie verhältnismäßig einfach und schnell auf den hohen Vernetzungsgrad von Smart Factories vorbereiten kann.
Wenn es eng wird: SPE als moderne Datenleitung fürs Feld
Single Pair Ethernet – vereinfacht SPE – ist eine Technologie, welche die Datenübertragung über nur ein Adernpaar realisiert. In klassischen Ethernet-Bussen finden sich meist vier Adernpaare. Mit SPE lässt sich so die sichere Datenübertragung auch auf kleinstmöglichem Raum wie in der Feldebene umsetzen. In bestehende Bus-Technologien der Unternehmen integrierbar, ist SPE damit die aktuell innovativste Übertragungsmöglichkeit, mit der sich Kosten reduzieren lassen und parallel das technische Niveau heben lässt. Denn: Schnittstellen und Kopplungssysteme für verschiedene Datenleitungen vom Feld zur Leitebene können dank SPE entfallen. Das senkt die gesamten Kosten, minimiert die Fehleranfälligkeit und sichert die Prozesse. Wer heute Fertigungsanlagen in Richtung Smart Factory ausrüsten und die Einbindung in Cyberphysische Systeme (CPS) sicherstellen möchte – respektive bestehende Anlagen auf- oder umrüsten will –, profitiert von der Hebelwirkung einer Investition in SPE: Die einfache Anschaffung und Installation und der unmittelbare Nutzen durch die schnell verfügbaren Daten haben einen großen Hebel.
SPE: kleine Technologie ganz groß
Bereits aus der technischen Umsetzung und einem einzigen Adernpaar resultieren Vorteile: Zwar ist die Datenrate aufgrund der Bauform bzw. der Kabelstruktur reduziert, angesichts der Verhältnisse in der Feldebene spielen die etwas kürzeren Übertragungsentfernungen aber eine eher untergeordnete Rolle. Unabhängig ob fest oder beweglich installiert, profitiert die Fertigung vom niedrigen Gewicht und der reduzierten Baugröße einer solchen SPE-Busleitung.





